06.04.2020

Eine geistliche Betrachtung in ungewissen Zeiten Mit Gottvertrauen durch die Corona-Krise

"Von guten Mächten wunderbar geborgen..." - gerade in diesen unruhigen Wochen und Monaten ist eine gute Portion Gottvertrauen wichtig. Besonders in einer Welt, die derzeit völlig auf dem Kopf steht.

Schulen zu, alle Kultur- und Sportveranstaltungen abgesagt, das Vereinsleben steht still. Auch Kirchen bleiben leer - nicht, weil die Menschen nicht mehr an Gott glauben, sondern weil es zum Schutz der Bevölkerung verboten ist, sich zu Gottesdiensten zu versammeln. Erstkommunionen und Firmfeiern, Taufen und Trauungen sind verschoben, und Beerdigungen finden unter nahezu surrealen Bedingungen in allerkleinstem Kreis statt.

Immer mehr Menschen erkranken an Covid-19, und auch mit vielen weiteren Todesfällen ist zu rechnen. Derweil arbeiten Menschen in systemrelevanten Berufen - von der Altenpflegerin bis zur Verkäuferin - schon jetzt bis zur Erschöpfung. Andere, wie Gastronomen und Tourismusunternehmen, sind zum Nichtstun verdammt. Da kann man sich leicht fragen: Was ist nur los mit dieser Welt? Wohin soll das nur führen?

Glauben in Zeiten der Krise

Und vielleicht mag mancher da auch den Mut verlieren. Hat Gott uns und unsere Welt verlassen, wenn dieses Virus auf der ganzen Welt wütet und Existenzen bedroht? Interessiert er sich überhaupt noch für uns? Oder ist ihm seine Schöpfung egal geworden, weil wir Menschen viel zu oft nicht gut mit ihr umgehen?

Dagegen spricht jedoch, was Papst Franziskus in seiner Ansprache am 27. März auf dem Petersplatz sagte: dass Jesus die Welt noch mehr liebt als wir. Und das tut er gerade auch in diesen Zeiten, die so schwierig für die Welt sind.

Wir sind ihm nicht egal geworden, aber als Gottes Abbilder sind wir keine Marionetten und die Welt keine Kulisse. Diese Welt ist das echte Leben - und in diesem echten Leben, das Freud und Leid mit sich bringt, ist auch Gott mit uns. Er wendet sich nicht ab, auch wenn es uns Menschen so gehen mag wie dem Psalmbeter, der aus der Tiefe zu Gott schreit und nicht weiß, ob er erhört wird. Das weist darauf hin: Die Erfahrung von Leid in dieser Welt ist so alt wie die Welt selber.

Die befreiende Botschaft von Ostern

Diese Welt ist nicht das Paradies, und am Ende steht der Tod. Aber - und das ist die befreiende Botschaft von Ostern - der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern Gott liebt seine Welt tatsächlich so sehr, dass er in seinem Sohn Jesus Christus den Tod überwindet. Damit wir Menschen leben. Diese Liebe, die Gott zu seinen Geschöpfen hat, dauert bis heute an und kann jeden einzelnen in diesen schwierigen Zeiten inspirieren. Denn wenn Gott jeden Menschen liebt, dann kann das jedem einzelnen die Kraft geben, diese Zeit der Einschränkungen und Beschränkungen durchzuhalten.

Und auch beim Durchhalten ist der Mensch nicht allein, denn Jesus kündigt den Heiligen Geist, "den Parakleten", den Herbeigerufenen und Tröster an. Er kommt von Gott her, von Jesus seinen Jüngern gesendet, um sie zu ermutigen in Schwierigkeiten, um für sie zu sprechen, um sie zum Ziel zu bringen. Also genau für eine Situation wie der jetzigen. Und wer sich diesem Beistand anvertraut, der kann kreativ werden und den Weg zum Ziel finden in unsicheren Zeiten. Der kann sich fragen, was er jetzt tun kann, um andere zu unterstützen, die jetzt Hilfe brauchen.

Ideen und Hilfen

Der Heilige Geist lässt Menschen auf besondere Ideen kommen, wie sie in der Krise ihre Talente und Gaben einsetzen können, um ihren Mitmenschen auch in der Corona-Pandemie beizustehen. Das haben bereits die vergangenen Wochen gezeigt - von Einkaufs-Angeboten für Menschen in Quarantäne bis hin zu virtuosen Konzerten via Konferenzfunktion, die im heimischen Wohnzimmer genossen werden können.

Der Heilige Geist steht aber auch den Menschen zur Seite, die wie Altenheimbewohner unter der Isolation leiden, die besonders von dem Virus bedroht sind, weil sie zur Risikogruppe gehören oder die der Sorge um die Zukunft nahezu nicht gewachsen sind. Er steht allen Menschen bei und kann hoffentlich auch immer wieder erfahren werden.

Vertrauen auf Gott

So darf die ganze Welt darauf vertrauen, dass Gott da ist - egal, wie die Zeiten gerade sind. Genau darauf vertraute schon der Kirchenlieddichter Paul Gerhardt, der den Dreißigjährigen Krieg und die Pest erlebte. Er erlebte sie nicht nur, sondern wurde von ihnen auch getroffen: Gerhardts Eltern starben, als er noch ein Jugendlicher war; später verlor er seine Frau und vier seiner fünf Kinder. Diese Erfahrungen verarbeitete er in seinen Liedern und Gedichten, von denen heute einige im Gotteslob zu finden sind. Und wer sich diese Lieder anschaut, der kann entdecken, wie groß das Vertrauen Gerhardts in Gott war, obwohl er allen Grund gehabt hätte, daran zu zweifeln.

Wie wäre es also, wenn der Mut sinkt und die Verzweiflung wächst, einmal zum Gotteslob zu greifen und ein Lied von Paul Gerhardt zu singen, etwa "Befiel du deine Wege"? Seine Texte können den Mut wecken, die Melodien gehen ins Ohr und heben das Herz. Und: Wer singt, verliert die Angst.

Kerstin-Marie Berretz OP
(KNA)

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