Heidi Ruster: Corona-Krise lehrt liebevollen, achtsamen Umgang
Symbolbild Familie
Gemeinsam spielen kann eine tolle Beschäftigung in der Isolation sein
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Beten mit der Familie kann Kindern die Angst nehmen
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Rollentausch: Eltern sollten nicht versuchen, den Lehrer zu ersetzen
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02.04.2020

Tipps gegen Familien-Stress in der Isolation "Den Kindern nicht die eigenen Ängste aufdrücken"

Wegen der Pandemie bleiben in Deutschland bundesweit Schulen und Kindergärten geschlossen, Eltern und Kinder werden aufgefordert, das Haus möglichst nicht zu verlassen. Experten geben Tipps, wie das Familienleben trotz Isolation stressfrei bleiben kann.

Sprechen

Kommunikation ist das wichtigste in der Krise. Über Gefühle müsse sich ausgetauscht werden, damit sie verarbeitet werden können. Dabei sollte das Gesprächsthema nicht immer nur Corona sein. Dies gelte vor allem im Austausch mit dem Nachwuchs.

"Kinder fühlen auf einer zweiten Ebene die Ängste der Erwachsenen, und wir müssen deshalb alle aufpassen, Kindern nicht die eigenen Ängste aufzudrücken, indem dauernd die Pandemie thematisiert wird", erklärt der emeritierte Tübinger Religionspädagoge Albert Biesinger. Stattdessen könne ein längeres Abendritual den Kindern helfen, den Tag zu reflektieren.

Pausieren

Auch wenn gemeinsame Gespräche wichtig sind, braucht jeder zwischendurch mal etwas Abstand, damit es nicht zu Stress kommt. Das könne ein kurzes Durchatmen am Fenster sein oder auch ein kurzer Rückzug mit einem Buch ins Bett. "Oft reichen schon kleine Pausen und ein bisschen Zeit für sich allein, um sich zu beruhigen und positivere Gedanken zu fassen", erklärt SOS-Kinderdörfer.

Informieren

In der Corona-Krise treten Veränderungen fast täglich ein. Neue Erkenntnisse über das Virus, neue Verordnungen zu Ausgangsregelungen schaffen Unsicherheit. Deswegen ist es wichtig, sich aus verschiedenen Quellen gut zu informieren. "Wer gut Bescheid weiß, stellt Sicherheit in einer Situation her, wo Ängste und Sorgen nachvollziehbar und normal sind", meint das Malteser Hilfswerk.

Regeln einhalten

Die Malteser raten auch in der Krise zu einem geregelten Tagesablauf. Aufgaben sollten nicht aufgeschoben werden, damit die Freizeit bewusst genutzt werden könne. Ebenso seien Ess- und Schlafenszeiten wie gewohnt einzuhalten. "Das ist besonders für Kinder wichtig", so das Hilfswerk. Das sieht auch Biesinger so: Kinder "brauchen auch und gerade jetzt einen Rhythmus."

Regeln brechen

SOS-Kinderdörfer hält auch ein wenig Auflockerung der Regeln für sinnvoll. Die ganze Familie müsse sich einschränken, da dürfe es zum Ausgleich ruhig etwas lockerer zugehen - "zum Beispiel, wenn der Nachwuchs länger vor dem Fernseher sitzt als normal vereinbart oder Zähneputzen und Naschen in der falschen Reihenfolge ablaufen."

Nicht den Ersatzlehrer spielen

Wegen der Schulschließungen sollten Eltern dafür Sorge tragen, dass Kinder trotzdem ihre Arbeitsaufgaben erledigen, um den Unterrichtsausfall zu kompensieren. Wichtig sei allerdings, dass sie nicht anfingen, "den Ersatzlehrer zu spielen", sagte die Lehrerin und Vorsitzende des Grundschulverbandes, Maresi Lassek, dem Magazin "Spiegel".

"Wenn es zu einem Rollenwechsel kommt und Eltern schulische Ansprüche an das Kind stellen, etwa seine Leistung beurteilen, kann das zu Konflikten führen." Mütter und Väter könnten trotzdem mit den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen üben, "aber eben nicht, indem sie mit ihnen Arbeitsblätter abarbeiten, sondern über lebenspraktische Erfahrungen, mit all dem, was ohnehin im Haus ist", so die Pädagogin.

Streiten und versöhnen

Streitigkeiten lassen sich in der aktuellen Situation kaum vermeiden. Deswegen sollte darauf geachtet werden, dass Meinungsverschiedenheiten konstruktiv geführt werden - gerade solche mit Kindern. Genauso wichtig sei auch die bewusste Versöhnung nach dem Streit. Nach einer Aussprache solle auch wieder einer spaßige gemeinsame Aktivität gemacht werden, etwa das Lieblingsspiel des Kindes spielen "oder sich bei einem lustigen Film auf der Couch zusammen zu kuscheln", schlägt SOS-Kinderdörfer vor.

Beten

Auch das Gebet kann eine Möglichkeit sein, mit der Isolation umzugehen. "Sprechen Sie einfach mit Gott, als stünde er neben
Ihnen", raten die Malteser. Gott kenne den Menschen besser als er sich selbst. "Wenn Sie ihm glauben können, brauchen Sie sich vor nichts mehr zu fürchten, egal was auch passieren mag."

Johannes Senk
(KNA)

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