Christen in Hongkong protestieren gegen Kreuzzerstörung

Nach Kampagne gegen christliche Symbole

Christen in Hongkong haben für Religionsfreiheit protestiert. Ihr Protest war angefacht worden durch eine Ansprache von Präsident Xi. Er hatte betont, dass religiöse Gruppen der kommunistischen Partei zu gehorchen haben.

Blick auf Hongkong / © Jerome Favre (dpa)
Blick auf Hongkong / © Jerome Favre ( dpa )

Dutzende Christen aller Konfessionen haben gemeinsam mit Kardinal Joseph Zen in Hongkong gegen die Zerstörung christlicher Symbole durch die chinesische Regierung protestiert. Ähnlich wie bereits in anderen Regionen Chinas beginne nun auch in der Sonderverwaltungsregion, die einst britische Kolonie war, die Religionsfreiheit spürbar abzunehmen, kritisierte Zen laut einem Bericht des römischen Nachrichtenportals "Asianews" (Montag).

Demonstranten fordern Freilassung  von Priestern

Dies öffentlich anzuprangern sei nötig, damit Hongkong nicht dasselbe Schicksal ereile wie China.

Allein in der Provinz Zhejiang seien seit Beginn der Regierungskampagne gegen christliche Symbole Ende 2013 mehr als 2.000 Kreuze entfernt oder zerstört worden, hieß es bei der Kundgebung vor dem Hongkonger Verbindungsbüro der Regierung der Volksrepublik China.

Etliche Priester und Pastoren, die sich dagegen zur Wehr gesetzt hätten, seien inhaftiert worden. Die Demonstranten forderten ihre Freilassung.

Die Proteste waren eine Reaktion auf ein Treffen von Chinas Präsident Xi Jinping mit Vertretern der Einheitsfront, die die nicht-kommunistischen Gruppen der chinesischen Gesellschaft vereint.

Jinping hatte dabei am Wochenende betont, religiöse Gruppen in China hätten der Führung der kommunistischen Partei zu gehorchen. Parteimitglieder müssten "unbeugsame marxistische Atheisten" sein.

Gegen religiöse "Infiltration" aus dem Ausland

Einfluss von außen sei abzuwehren, so Xi weiter. "Wir müssen uns resolut gegen eine Infiltration aus dem Ausland durch die Religion schützen", wird der Präsident zitiert.

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation für viele Gläubige, aber auch andere zivilgesellschaftliche Gruppen in China zusehends verschärft. Mitarbeiter von Nicht-Regierungsorganisationen werden drangsaliert, Menschenrechtsanwälte durch Razzien verschreckt.

Laut Verfassung gilt in China Religionsfreiheit. Die Aktivitäten der Gemeinden werden aber von Peking kontrolliert. Einmischung von außen ist unerwünscht. Die chinesische Regierung gibt die Zahl der Gläubigen mit insgesamt 100 Millionen an, das wären weniger als zehn Prozent der Bevölkerung. Tatsächlich dürften es jedoch weitaus mehr sein. Allein Buddhisten soll es Schätzungen zufolge 244 Millionen geben. Die Zahl der Christen wird auf 67 bis 100 Millionen geschätzt.


Quelle:
KNA