Asia Bibi im November 2010
Asia Bibi im November 2010
Klaus Krämer: missio-Präsident in Aachen
missio-Präsident Klaus Krämer

29.03.2016

Missio fordert Einsatz für inhaftierte Christin Leben schützen - trotz Todesdrohung

Das katholische Hilfswerk Missio hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier aufgerufen, sich bei der pakistanischen Regierung für die inhaftierte Christin Asia Bibi einzusetzen. Deren Situation sei nach dem Anschlag in Lahore kritischer geworden.

Die pakistanische Regierung und Justiz müssten sicherstellen, dass "der Schutz von Leib und Leben Asia Bibis angesichts aktueller Todesdrohungen weiterhin allumfassend garantiert bleibt", erklärte Missio-Präsident Klaus Krämer in Aachen. Nach dem Attentat auf Christen in Lahore und Demonstrationen von islamischen Hardlinern in Islamabad am Ostersonntag habe sich die Situation für die fünffache Mutter nochmals verschärft.

Asia Bibi war im November 2010 zum Tod am Galgen verurteilt worden, weil sie angeblich abfällige Bemerkungen über den Propheten Mohammed gemacht haben soll. Gotteslästerung kann in Pakistan laut dem umstrittenen Blasphemie-Gesetz mit dem Tode bestraft werden. Im vergangenen Jahr kassierte das Oberste Gericht in Pakistan das Todesurteil und ließ ein Berufungsverfahren zu. Nach missio-Angaben ist aber noch kein Termin dafür bekannt.

Forderung: Sichere Ausreise

Missio-Präsident Krämer forderte, Steinmeier und die neue Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, sollten sich dafür einsetzen, dass Asia Bibi und ihre Familie im Falle eines Freispruchs weiterhin geschützt bleibe. Ihnen solle "eine Ausreise in ein Drittland nach Wahl" ermöglicht werden, betonte er. Medienberichten zufolge sei ein Kopfgeld für ihre Ermordung ausgesetzt worden.

Bei einem Selbstmord-Attentat in einem beliebten Park in der pakistanischen Metropole Lahore wurden am Ostersonntag mehr als 70 Menschen getötet und mehr als 250 verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die Taliban-Splittergruppe Jamaatul Ahrar, die erklärte, man habe auf Christen gezielt.

Früher am gleichen Tag hatten in der Hauptstadt Islamabad Hunderte islamische Hardliner gegen die Hinrichtung von Mumtaz Qadri protestiert und sich dabei eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Qadri hatte den ehemaligen Gouverneur Salman Taseer ermordet, der sich für Asia Bibi eingesetzt hatte, und war im Februar hingerichtet worden.

(epd)

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