Glockengeläut
Glockengeläut
Stefan Lunte
Stefan Lunte

15.08.2015

Frankreich und Köln setzen ein Zeichen für verfolgte Christen Solidaritätsaufruf mit Glockengeläut

Mit einem Glockengeläut haben die katholische Kirche in Frankreich und das Erzbistum Köln auf das Schicksal der Christen im Nahen Osten aufmerksam gemacht. Über die Aktion spricht COMECE-Berater Stefan Lunte im domradio.de-Interview.

domradio.de: Die Franzosen sollen zu Solidarität mit den für ihren Glauben verfolgten Christen im Nahen Osten ermuntert werden. So steht es auf der Internetseite der französischen Bischofskonferenz. Wie ist es denn zu der Idee gekommen?

Stefan Lunte (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, COMECE): Das ist von einigen Diözesen und vor allen Dingen von den Bischöfen im Süden und Südwesten Frankreichs ausgegangen. Vielleicht weil da auch traditionell eine starke Präsenz von Christen armenischer Herkunft ist. Diese Aktion hat sich wie ein "Lauffeuer" in ganz Frankreich verbreitet und fast alle Bischöfe haben in ihren Diözesen empfohlen, dass entweder heute nach der Messe des Hochfestes Mariä Himmelfahrt oder um 12 Uhr die Glocken läuten.

domradio.de: Frankreich ist ein laizistischer Staat. Was glauben sie denn, wie wird in der Gesellschaft auch so ein politisch motivierter Aufruf mit Hilfe von religiösen Mitteln, denn das sind Glocken, aufgefasst?

Stefan Lunte: Ich glaube, es gibt in Frankreich dazu ein anderes Bewusstsein und eine andere Verbundenheit mit den Christen im Orient. Es gibt ein sehr stark ausgeprägtes Bewusstsein in weiten Teilen der politischen Klasse, dass die Minderheit der Christen im Orient eine ganz kritische Minderheit ist, eine die arabisch spricht, eine die auf dem Herkunftsterritorium unserer Religion weiterhin Fuß fasst. Wenn es nicht gelingt, diese Minderheit, die sich in den Gebieten Irak und Syrien von 1,4 Millionen Ende der 90er Jahre auf nur noch 400.000 verringert hat, zu schützen, dann hat das viel weitreichendere Auswirkungen. Die können sich dann bis in unsere französische und bis in die gesamte europäische Gesellschaft hineinziehen. Ich glaube, dass das auch von vielen in der Politik geteilt wird. Ich habe heute morgen auch noch einmal geschaut und es gibt nur wenige, die sich darüber aufregen, dass diese Initiative ergirffen wurde. Laizität hin oder her. Es ist ein klares Signal, das hier ausgesandt werden soll und das auch von vielen politischen Kräften geteilt wird.

domradio.de: In jedem Fall wird der Aufruf der französischen Bischöfe im Ausland, wie in Luxemburg, in Belgien, in der Schweiz und auch in Köln, gehört, aber leider nicht in ganz Europa. Deswegen gibt es eine entsprechende Petition an die Bischöfe. Würden sie ein europaweites Läuten begrüßen?

Stefan Lunte: Auf jeden Fall. Jetzt ist die Initiative sehr kurzfristig gestartet und nicht alle Bischöfe haben ganz schnell reagieren können. Es gibt aber auch leider warnende Hinweise dafür, dass solche Aktionen natürlich den Blick auf die Kirchen lenken und damit Ziele von terroristischen Anschlägen werden können. Das zeigt auch ein vereitelter Attentatsanschlag von vor einigen Monaten hier in Frankreich. Nichtsdestotrotz wird diese Initiative zum großen Teil in Frankreich geteilt, denn es macht Sinn und es ist gut, die Glocken läuten zu lassen, um an das Schicksal der Christen im Orient zu erinnern.

Das Gespräch führte Heike Sicconi.

(DR)

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