18.12.2014

Bischöfe beklagen Christenverfolgung "Katastrophe von historischem Ausmaß"

Die Bischöfe sind alarmiert über die Entwicklungen im Irak. Es handele sich um eine "Katastrophe von historischem Ausmaß", sagte der Weltkirchenbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, am Donnerstag in Berlin.

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) habe Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht, darunter allein 120.000 Christen im Nordirak. Schick plädierte für die Schaffung eines UN-Protektorats. Er äußerte sich bei der Vorstellung einer neuen Arbeitshilfe der Bischofskonferenz zur Lage der Christen im Irak. Der Erzbischof erläuterte, dass von den 1,2 Millionen Christen, die 2003 noch im Irak gelebt hätten, inzwischen höchstens 300.000 im Land seien. Rund 70 Prozent der Betroffenen seien erst in den vergangenen zwölf Monaten geflohen. Von der Blitzoffensive des IS im Juni auf Mossul seien gerade die Christen getroffen worden, da die zweitgrößte Stadt sowie die benachbarte Provinz Ninive zum Kernland der irakischen Christen zählten. In Mossul sei etwa der Bischofssitz zum IS-Hauptquartier umfunktioniert worden.

Mit Besorgnis berichtete Schick von der Einschätzung des Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche im Irak, Louis Sako. Demzufolge drohe ein Zerfall des Landes und ein Auseinanderbrechen der jahrhundertealten Koexistenz von Christen und Muslimen, da die IS erfolgreich Misstrauen zwischen den Glaubensgemeinschaften schüre, so Schick.

Dezentrale Hilfe der Caritas

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, erklärte, weil viele Flüchtlinge im Irak es ablehnten, in großen Auffanglagern zu leben und stattdessen lieber in anderen provisorischen Notunterkünften wie Garagen, Geschäften, Baracken oder Kirchen Unterschlupf suchten, habe die Caritas ihre Hilfe dezentral ausgerichtet. In diesem Jahr seien bereits 11,1 Millionen Euro an Spenden und Kollektenmitteln für die irakischen und syrischen Flüchtlinge eingegangen seien, so der Caritas-Chef.

Der Irak bildet derzeit das Schwerpunktland der Initiative "Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit", die 2003 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen wurde. Den Stephanustag (26. Dezember) begeht die katholische Kirche in Deutschland seit 2011 als Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen.

(KNA)

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