Ein zerstörtes Dorf nach einem Anschlag von Boko Haram
Ein zerstörtes Dorf nach einem Anschlag von Boko Haram

29.10.2014

Nigerias brüchiger Waffenstillstand mit Boko Haram Terror hält trotz Waffenruhe an

Trotz Waffenstillstand nimmt die Gewalt in Nigeria nimmt kein Ende - weiterhin ist von Gefechten und Angriffen mit zahlreichen Toten die Rede.Der nigerianische Bischof Stephen Dami Mamza bittet um Hilfe. 

Ungeachtet einer von Nigerias Regierung verkündeten Waffenruhe hält der Terror der Islamistengruppe Boko Haram an. Nigerianische Medien berichteten am Donnerstag von Angriffen im Nordosten des Landes und Gefechten in der Stadt Mubi. Dort habe es zahlreiche Tote gegeben. Im nahe gelegenen Dorf Kwahi brachten die Extremisten die Zentrale der protestantischen "Kirche der Brüder" in ihre Gewalt. Die Situation sei schrecklich, erklärte Kirchenpräsident Samuel Dali.

Bischof bittet um Hilfe

Der nigerianische Bischof Stephen Dami Mamza bat die internationale Gemeinschaft dringend um Hilfe. "Sie muss uns davor beschützen, durch die Islamisten ausgelöscht zu werden", erklärte Mamza am Donnerstag nach Mitteilung des katholischen Hilfswerks missio in Aachen. Boko Haram besetze immer mehr Gebiete, die Armee könne die Islamisten nicht stoppen. Der vor einer Woche ausgehandelte Waffenstillstand sei wirkungslos geblieben.

Regierungssprecher spricht von gutem Weg

 Ein nigerianischer Regierungssprecher hatte hingegen erst am Dienstag versichert, Verhandlungen mit Boko Haram seien auf einem guten Weg. Wie lange die Gespräche noch andauern sollten, ließ er aber offen.

Boko Haram versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Kaida. Der Name bedeutet "Westliche Bildung ist Sünde". Seit Anfang des Jahres sind bei Anschlägen der Gruppe vor allem im Nordosten Tausende Menschen ums Leben gekommen. Ziel von Boko Haram ist nach eigenen Angaben die Errichtung eines Kalifatsstaates im Norden Nigerias.

Präsident will nochmal kandidieren

Präsident Goodluck Jonathan kündigte derweil am Donnerstag an, im kommenden Jahr erneut zu kandidieren. Seine Kandidatur war seit langem erwartet, aber noch nicht verkündet worden. Kritiker hatten Jonathan, einen Christen aus dem Süden, aufgefordert, den Platz für einen Muslim aus dem Norden zu räumen und damit einer inoffiziellen Absprache genüge zu tun. Unklar ist, ob die anhaltende Krise im Nordosten Nigerias Jonathans Position schwächen oder stärken wird.

 

Katrin Gänsler
(KNA)

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