Freiwillige im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat
Freiwillige im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat
Zerstörte Pilgerstätte im Irak
Zerstörte Pilgerstätte (Juli)

05.08.2014

Jesiden warnen vor Völkermord im Nordirak "Unsere Geschichte geht zu Ende"

Die jesidische Gemeinde in Deutschland warnt vor einem Völkermord an ihren Glaubensangehörigen im Irak. Jesiden werden wie Christen von den IS-Terroristen stark bedroht. Freiwillige rücken im Kampf gegen die IS aus.

"Unsere Geschichte geht zu Ende, wenn wir nicht gerettet werden", sagte Ali Rasho von der "Ezidischen Akademie" in einem öffentlichen Appell am Dienstag in Hannover. Am Wochenende hatten Islamisten der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) das Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden im Nordirak erobert. Sie machten nun gezielt Jagd auf die Angehörigen der religiösen Minderheit, sagte Rasho.

Rund 200.000 Jeziden sind nach seinen Angaben derzeit auf der Flucht - fast die Hälfte der jesidischen Bewohner in der Region.

Die Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat hatten am Wochenende nach heftigen Kämpfen kurdische Peschmerga-Kämpfer aus großen Gebieten nördlich und westlich von Mossul vertrieben und weitere Gebiete besetzt. Die Extremisten sollen 67 junge Männer mit Schüssen hingerichtet haben. Bei den Opfern aus der Stadt Sindschar habe es sich um Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden gehandelt, berichteten Augenzeugen am Montag. Sie hätten sich geweigert, zum Islam überzutreten.

Kirche in Not zur Lage der christlichen Flüchtlinge

"Ich kann mir gut vorstellen, dass die Berichte über diese Massaker der Wahrheit entsprechen", so Kirche in Not-Sprecher André Stiefenhofer. Im domradio.de-Interview sprach der Vertreter des katholischen Hilfswerks am Dienstag über die Lage der Christen im Irak. Sie stünden "unter Schock und unter Angst". Die meisten von ihnen seien in die Kurdenregion im Nordosten des Iraks geflüchtet.

Die Flüchtlingsdörfer trennten teils nur 20 Kilometer vom besetzen Gebiet der Terrorgruppe Islamischer Staat. "Die einzige Schutzlinie, die zwischen dem Islamischen Staat und den Christen steht, das ist die Kurden-Miliz", beschrieb Stiefenhofer.

Jesiden bitten internationale Gemeinschaft um Hilfe

 

"Wir fordern einen humanitären Korridor", sagte Rasho. "Die Menschen müssen herausgebracht werden, oder Lebensmittel und Schutztruppen müssen hineingebracht werden." Rasho forderte die Bundesregierung auf, ihren Einfluss auf die Vereinten Nationen und die irakische Regierung geltend zu machen. Per Telefon stünden viele Jesiden in Deutschland in Kontakt zu ihren Angehörigen im Irak.

 

Die Terrorgruppe zwinge die Menschen, zum Islam überzutreten, sagte Kamal Sido von der Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für bedrohte Völker". Jesiden müssten dabei oftmals vor laufenden Kameras Koransuren vorlesen und ihren jetzigen Glauben verleugnen, erläuterte der Historiker und Nahostreferent. Wer sich weigere, werde von den Islamisten hingerichtet. Zudem sprenge die Terrorgruppe jesidische Heiligtümer wie etwa alte Grabanlagen.

Auch die christlichen Minderheiten der Region sind Sido zufolge in Gefahr. In der bedrohten Region nördlich von Mossul leben auch viele aramäische, chaldäische oder assyrische Christen. Sie müssten beim Vormarsch der Terrorgruppe ebenfalls fliehen oder konvertieren.

Einziger Ausweg sei eine Kopfsteuer von rund 450 Euro, die regelmäßig an die Islamisten gezahlt werden müsse. Soviel Geld hätten die wenigsten, sagte Sido. Und ob sich die Islamisten dann an die Abmachung hielten, sei auch unklar.

(epd)

Advent im Radio und auf domradio.de

Die Bibel im Advent

domradio.de sucht Ihre Lieblingsbibelstelle!

Gewinnen Sie eine von Kardinal Woelki signierte Ausgabe der neuen Einheitsübersetzung.

Nachrichten-Video

Zum Video:
Freitag, 09.12.2016

Video, Freitag, 09.12.2016:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

14:00 - 16:00 Uhr 
Menschen

Lebensläufe im Porträt

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 11.12.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 07:00 Uhr

Cantica

07:00 - 14:00 Uhr

Freut Euch - 3. Advent

  • Bücherplausch - Typisch Europa von Pieter Steinz
  • Im Gespräch – Flucht in der Bibel
  • Hoffnungsstern - Gründung von Unicef
08:00 - 08:05 Uhr

Wort des Bischofs

08:50 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:50 - 09:55 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

07:00 - 14:00 Uhr

Freut Euch - 3. Advent

  • Bücherplausch - Typisch Europa von Pieter Steinz
  • Im Gespräch – Flucht in der Bibel
  • Hoffnungsstern - Gründung von Unicef
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

12:20 - 12:25 Uhr

Lecker-Test

07:00 - 14:00 Uhr

Freut Euch - 3. Advent

  • Bücherplausch - Typisch Europa von Pieter Steinz
  • Im Gespräch – Flucht in der Bibel
  • Hoffnungsstern - Gründung von Unicef
14:00 - 16:00 Uhr

Menschen

15:00 - 16:00 Uhr

Autorengespräch

16:00 - 17:00 Uhr

Kompakt

18:00 - 18:05 Uhr

Wort des Bischofs

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

22:00 - 23:00 Uhr

Evensong

23:00 - 23:30 Uhr

Cantica

00:00 - 02:00 Uhr

Musica

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar