Wahlkampf um Nehers Nachfolge als Caritaspräsident beginnt

Die Kandidaten im Überblick

Der Deutsche Caritasverband wählt bei seiner Delegiertenversammlung am 13. Oktober in Freiburg einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Wer sind die Bewerber und für welche Inhalte stehen sie?

Symbolbild Stimmabgabe an einer Wahlurne / © roibu (shutterstock)
Symbolbild Stimmabgabe an einer Wahlurne / © roibu ( shutterstock )

Für die Nachfolge von Peter Neher (66), der den Verband seit 2003 leitete und nicht mehr erneut antreten wollte, kandidieren drei Bewerber für die sechsjährige Amtszeit: der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes (51), der Vorstandsvorsitzender der Trierer Caritas, Markus Leineweber (53), und Bundescaritas-Vorständin Eva Maria Welskop-Deffaa (62).

Unter den Bewerbern ist auch ein Priester

Hermes ist der einzige Priester unter den drei Bewerbern. Seit 2011 leitet der promovierte Theologe Stadtkirche und Caritas in Stuttgart. Er intensivierte das Gespräch mit der Kulturszene und gründete einen Rat der Religionen. Mehrfach positionierte er sich öffentlich gegen AfD, Rechtspopulismus und Ausländerhass.

Im Falle seiner Wahl will Hermes als Caritaspräsident die "Vision einer gerechten und solidarischen Gesellschaft" vertreten, die ökonomisch erfolgreich und ökologisch zukunftsgewandt sein soll. Die Caritas beschreibt er als Netzwerk, in dem es darauf ankomme, "die Stärken aller zu stärken".

Der zweite Bewerber will die Vielfalt stärken

Zweiter Bewerber ist der Trierer Theologe Leineweber. Die Caritas kennt er auf allen Ebenen. Er ist Chef des Trierer Verbands und bundesweit Mitglied der Kommission Sozialpolitik und Gesellschaft. Für die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder arbeitet Leineweber in der Leitung eines großen Trierer Klinik.

"Ich lebe in dieser Welt und will sie aus einem christlichen Grundverständnis heraus mitgestalten", beschreibt Leineweber seine Motivation. Eine zentrale Aufgabe der Caritas sieht er darin, die Stimme für Vielfalt zu erheben und "Kraft und Mut" zu zeigen und gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung einzutreten.

Auch eine Frau tritt zur Wahl an

Welskop-Deffaa ist seit 2017 Mitglied im DCV-Vorstand. Zuvor arbeitete die Duisburgerin im Vorstand der Gewerkschaft Verdi und leitete von 2006 bis 2012 die Gleichstellungsabteilung im Bundesfamilienministerium. Auch für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und den Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) war die Mutter dreier Kinder tätig.

Als Präsidentin will sie dafür eintreten, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Die Corona-Pandemie hat für sie gezeigt, dass es einen starken Sozialstaat brauche. Verbandsintern gilt Welskop-Deffaa als Verfechterin einer Stärkung der Caritas-Standorte Brüssel und Berlin.

Der Caritaspräsident oder die Caritaspräsidentin repräsentiert und leitet mit dem Vorstand den größten Sozialverband der Bundesrepublik. Das Amt ist eines der politisch einflussreichsten der katholischen Kirche.


 

Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes  / © Harald Oppitz (KNA)
Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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