Caritas-Gründer Lorenz Werthmann
Caritas-Gründer Lorenz Werthmann

11.04.2021

Kirche und Caritas würdigen Caritas-Gründer Werthmann Gegen die Not der anderen eingesetzt

Zum 100. Todestag von Caritas-Gründer Lorenz Werthmann haben Vertreter von Kirche und Caritas seine Arbeit und die des katholischen Sozialverbands gewürdigt. Werthmanns Leben habe Schattenseiten. Dennoch habe er sich immer ganz gegen die Nöte seiner Zeit gestemmt. 

"Er hat uns ins Stammbuch geschrieben, uns um die zu kümmern, die im Strudel des Zeitstroms unterzugehen drohen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, am Samstag bei einem Gottesdienst in Werthmanns Geburtsort Geisenheim im Rheingau.

Bätzing sieht Zusammenhang zur Corona-Zeit

In seiner Predigt blickte der Bischof unter anderem auf Werthmanns Todesjahr 1921 zurück: In einer "aufgewühlten Zeit" hätten Radikale von links und rechts damals versucht, aus der großen Not vieler Menschen Profit zu schlagen. Im Gegensatz dazu habe sich die Caritas mit aller Kraft gegen die konkreten Nöte aller Menschen gestemmt, mit einem besonderen Blick für Familien und für die Arbeiterschaft.

"Wie können wir uns heute um die kümmern, die im Strudel des Zeitstroms unterzugehen drohen?", fragte Bätzing weiter und wies auch auf die besonderen Nöte in der Corona-Zeit hin. Mit Blick auf die Arbeit der Caritas vor Ort beantwortete er die Frage mit zwei konkreten Beispielen: Als die Ausgabestellen der Tafeln wegen der Pandemie zeitweise lahmgelegt waren, habe sich die Caritas an einer Gutscheinaktion beteiligt, um die Kunden der Tafeln mit Lebensmitteln zu versorgen. Außerdem habe die Caritas die Fortsetzung der Sprachlernkurse für Geflüchtete im Homeschooling ermöglicht durch das Beschaffen von Laptops für Schüler, die sich diese sonst nicht leisten konnten.

Neher spricht auch "Schattenseiten" an

Caritas-Präsident Peter Neher erinnerte an eine Aussage Werthmanns, wonach es notwendig sei, "sein ganzes Sein einzusetzen, um die Not der anderen zu lindern, und dass man sich bis zum letzten hingeben muss in der Liebe zum Mitmenschen". In seiner Festansprache erwähnte Neher auch "Schattenseiten" im Leben Werthmanns, etwa in seiner Haltung zum Kolonialismus. Dennoch sei er nie Anhänger eines blinden Nationalismus gewesen.

Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie betonte der Caritas-Präsident, dass eine gut funktionierende soziale Infrastruktur entscheidend sei für die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. In den kommenden Monaten müsse man daher verstärkt über gleichwertige Lebensverhältnisse und soziale Gerechtigkeit diskutieren.

Drängende Themen seien etwa die Frage, "wie wir den Zusammenhang von Herkunft und Bildungserfolg überwinden können". Aber auch die Situation von Soloselbstständigen zeige, dass es Anstrengungen brauche, das Sozialsystem weiterzuentwickeln: "Genauso hat die Pandemie gezeigt, wie problematisch es ist, wenn gerade für Familien im Home-Office und mit Home-Schooling nur beengter oder gar nur mangelnder Wohnraum zur Verfügung steht."

Burger betont Bedeutung der Nächstenliebe

Bei einem Gottesdienst am Sonntag in Freiburg wies Erzbischof Stephan Burger auf die "grundlegende Bedeutung von Solidarität und Nächstenliebe für die Kirche" hin. Schon Werthmann habe Kirche und Caritas in der Verantwortung gesehen, an der Gestaltung des Sozialstaates mitzuwirken und für die Rechte von benachteiligten Menschen einzutreten, betonte der Freiburger Erzbischof, der auch Vorsitzender der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Gottfried Bohl
(KNA)

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