Symbolbild Geldübergabe
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25.11.2020

Vorerst keine Einigung auf Corona-Prämie bei Caritas Große Enttäuschung

Die Beschäftigten des Deutschen Caritasverbandes bekommen vorerst keine Corona-Einmalzahlung. Die Mitarbeiterseite wünscht sich eine gestaffelte Einmalzahlung. Die Arbeitgeberseite will dagegen weitere Verhandlungen.

Für Zehntausende Beschäftigte des Deutschen Caritasverbandes wird es vorerst keine Corona-Prämie geben. Bei einer Sondersitzung der für Tarifbeschlüsse zuständigen Bundeskommission sei keine Einigung mit der Arbeitgeberseite erzielt worden, teilte die Arbeitnehmerseite am Dienstag in Freiburg mit.

300 bis 600 Euro beantragt

Die Mitarbeiterseite der Caritas hatte eine nach Einkommen gestaffelte Einmalzahlung von 300 Euro für die oberen Einkommensgruppen bis zu 600 Euro für die unteren Einkommensgruppen beantragt, die sich am Corona-Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes orientiert.

Erhalten sollten die Prämie die Beschäftigten in sozialen Diensten, Pflegeeinrichtungen und kirchlichen Krankenhäusern - mit Ausnahme der Ärzte und Lehrkräfte. Die Corona-Prämien sind bis zum Jahresende noch steuerfrei. Insgesamt sind beim Caritasverband bundesweit rund 650.000 Arbeitnehmer in 25.000 Betrieben und Einrichtungen beschäftigt.

Große Enttäuschung

Rolf Cleophas, Pressesprecher der Caritas Mitarbeiterseite, begründete das Scheitern der Einigung damit, dass die Arbeitgeberseite die Einmalzahlung mit wesentlichen Eingriffen in die Urlaubsregelungen verbinden wolle. "Sie hätten dauerhaft Verschlechterungen insbesondere für langzeit erkrankte Beschäftigten mit sich gebracht. Diese Verknüpfung hat die Mitarbeiterseite entschieden zurückgewiesen."

Cleophas warf der Dienstgeberseite eine "kaltschnäuzige" Verhandlungsführung vor: "Während tausende von Beschäftigten in den Caritas-Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie unter zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen ihren Dienst tun, hat die Caritas Dienstgeberseite kaltschnäuzig versucht, die Gelegenheit zu nutzen, sich die Corona-Prämie gegen Verschlechterungen im Urlaubsrecht abkaufen zu lassen", sagte er. Die Beschäftigten der Caritas hätten lange auf eine Corona-Prämie als Zeichen der Wertschätzung gewartet. "Umso größer ist jetzt die Enttäuschung."

Arbeitgeberseite will weitere Verhandlungen

Die Arbeitgeberseite der Caritas hatte am Dienstag ein Gesamtpaket zur Tarifrunde vorgelegt. Es sieht unter anderem Entgelterhöhungen um 1,4 Prozent für 2021 und 1,8 Prozent für 2022 für alle Mitarbeiter vor. Teil des Pakets ist auch eine Corona-Einmalzahlung von 500 Euro für bestimmte Berufsgruppen, die aber laut Arbeitgeberseite nicht aus dem Gesamtpaket herausgelöst werden sollte.

Anliegen der Dienstgeber sei es, klarere, einfachere und verständlichere Regelungen für die Arbeitsvertragsrichtlinien zu formulieren und den Caritas-Tarif attraktiv, zukunftsfähig und gerichtsfest auszugestalten, so Norbert Altmann, Sprecher der Dienstgeberseite. Zugleich müssten aber auch die schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen der Einrichtungen und Dienste in den nächsten beiden Jahren berücksichtigt werden. Nach seinen Angaben soll weiter verhandelt werden. Die nächste offizielle Sitzung der Bundeskommission ist am 10. Dezember.

(KNA)

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