Mutter und Tochter genießen die gemeinsame Zeit
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05.07.2020

Kurkliniken haben wieder geöffnet Mutter-Kind-Kuren in Corona-Zeiten

Nicht nur Urlaubsreisen mussten in der Corona-Krise abgesagt werden, auch Kuren und Reha-Maßnahmen wurden ausgesetzt. Seit Kurzem haben die Reha-Kliniken wieder geöffnet und auch Mutter-Kind-Kuren im Schwarzwald sind wieder möglich.

DOMRADIO.DE: Auch das Caritas-Haus Feldberg im Schwarzwald musste seinen Betrieb einstellen. Wie war das bei Ihnen, als am 16. März der Shutdown kam?

Udo Wankelmuth (Leiter Caritas-Haus Feldberg im Schwarzwald): Am 16. März saßen wir noch auf heißen Kohlen, weil die Einrichtungen in Baden-Württemberg noch nicht geschlossen wurden. Wir, der Chefarzt und ich, haben uns sehr dafür beim Sozialministerium und bei Bundestagsabgeordneten eingesetzt, dass es auch zu einer Schließung der Kliniken in Baden-Württemberg kommt. Das war aber erst ab dem 25. März der Fall. Das war keine schöne Situation für die Mitarbeitenden und auch eine Ungewissheit für die Patienten.

DOMRADIO.DE: Warum wollten Sie, dass die Einrichtungen schließen mussten? Dadurch gehen Ihnen doch viele Einnahmen verloren?

Wankelmuth: Ja, aber wir haben auch von uns aus Maßnahmen abgesagt. Das waren natürlich herbe betriebswirtschaftliche Verluste. Wir brauchten aber sozusagen eine Schließung von offizieller Seite, damit auch die Betriebsausfallversicherung zieht, das ist der wirtschaftliche Aspekt. Zu dem Zeitpunkt gab es auch eine große Angst vor dem Coronavirus, und wir haben auch Mitarbeitende, die zur Risikogruppe gehören. Den Mitarbeitenden ab 50 Jahren war freigestellt, zur Arbeit zu kommen. Die haben ja fast schon mit den Füßen bei uns abgestimmt, und viele sind zu Recht zu Hause geblieben.

DOMRADIO.DE: Auf der anderen Seite war die Enttäuschung für die Kurteilnehmer groß, weil Sie sie nach Hause schicken und anderen absagen mussten.

Wankelmuth: Das war eine Riesenenttäuschung für die, die abreisen mussten, weil sie hatten ja noch ein einigermaßen geregeltes Leben bei uns in den Kindereinrichtungen. Wir machen Mutter-Kind-Kuren und Kinder- und Jugend-Reha. Wir haben ein Schwimmbad, einen Fußball- und einen Spielplatz, Schule, das durfte alles noch genutzt werden. Die Patienten wussten, dass es das alles zu Hause nicht mehr gibt. Es gab eine große Traurigkeit darüber, dass wir alles abbrechen mussten. Es war eine sehr schwierige Situation.

DOMRADIO.DE: Sie hatten dann rund drei Monate geschlossen, wobei diese Verlängerung ja immer wochenweise kam oder zweiwöchentlich. Wie ging es Ihnen in der Zeit als Geschäftsführer?

Wankelmuth: Vieles war ungeklärt. Zu Beginn war nicht klar, dass wir unter den Rettungsschirm im Gesundheitswesen fallen. Da haben wir auch noch Einfluss genommen, damit da politisch etwas passiert, was auch erfolgte, sodass wir einen Ausfall teilweise ersetzt bekommen. Die Mitarbeitenden haben wir in Kurzarbeit geschickt. Das war dann erst einmal eine Beruhigung. Es war aber auch klar, dass diese 14-tägigen Verlängerungen des Shutdowns bei uns länger anhalten werden. Wir mussten vielen Patienten absagen, die sich darauf eingestellt und gefreut hatten und die auch dringend eine Kur brauchten. Und die blieben jetzt zu Hause mit ihren Kindern in der Wohnung.

DOMRADIO.DE: Jetzt sind die ersten Familien wieder bei Ihnen angekommen. Wie verhindern Sie, dass es da zu Ansteckungen kommt?

Wankelmuth: Der Chefarzt und ich haben gemeinsam ein Konzept entworfen, ein sogenanntes Kohortenkonzept. Das heißt, die Familien bleiben in einer Gruppe von 25 Personen. Das teilen wir Ihnen vorher mit. In dieser Gruppe dürfen sie sich auf der Station frei bewegen. Von diesen Gruppen haben wir jetzt mehrere bei uns im Haus. Die Gruppen müssen voneinander getrennt sein - bei der Therapie, beim Schulunterricht, beim Mittagessen. Das können wir durch diese Gruppensituation lösen. Für uns ist es natürlich der Idealfall, wenn alle negativ getestet in die Klinik kommen. Wenn noch kein Test vorliegt, werden sie bei uns sofort getest und müssen, bis das Testergebnis vorliegt, in die Quarantäne.

DOMRADIO.DE: Ist der Test kostenlos?

Wankelmuth: Dieser Test kostet zwischen 130 bis 150 Euro. Der reine Test kostet um die 20 Euro, dazu kommen aber noch Laborkosten und Arzthonorare.

DOMRADIO.DE: Die Personen dürfen sich quasi nicht begegnen. Draußen wäre das in Ordnung, wenn man sich gegenseitig anspricht?

Wankelmuth: Wir haben verschiedene Freizeitbereiche für die Familien und Gruppen eingerichtet. Die Kohorten sollen sich nicht begegnen, und wenn sie sich begegnen, sollen sie den Mindestabstand einhalten.

DOMRADIO.DE: Wenn ich als Jugendlicher in meiner Gruppe keinen finde, der mir gefällt, dafür aber in einer anderen Gruppe, bleiben sie streng, damit es keine Überschneidungen gibt?

Wankelmuth: Genauso einen Fall hatten wir: Ein 14-jähriges Mädchen wollte mit Jugendlichen aus einer anderen Gruppe etwas unternehmen. Aber genau das darf sie nicht. An die Trennung müssen wir uns strikt halten.

DOMRADIO.DE: Welche Perspektiven haben Sie für die Zukunft? Trauen Sie sich schon, sich Gedanken über so etwas wie eine Vollauslastung zu machen?

Wankelmuth: Die Zukunft ist für uns erst einmal bis zum September gesetzt. So lange laufen die Rettungsschirme. Wir wissen, dass wir bis dahin Einnahmen haben werden. Wenn die Rettungsschirme verlängert werden, ändert das auch unsere Perspektive. Wir werden aber zum Oktober hin überlegen müssen, wie wir die Belegung wieder auf Volllast bekommen können.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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