Appelle vor dem Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

"Kleinwaffenexport stoppen"

Hilfsorganisationen fordern einen verstärkten internationalen Einsatz gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Insbesondere dringen sie auf einen Ausfuhrstopp von Kleinwaffen - der tödlichsten Waffenart.

Kindersoldaten in Simbabwe / © Aaron Ufumeli (dpa)
Kindersoldaten in Simbabwe / © Aaron Ufumeli ( dpa )

Caritas international, Brot für die Welt sowie das Deutsche Bündnis Kindersoldaten äußerten sich entsprechend vor dem weltweiten Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten an diesem Sonntag.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen werden derzeit weltweit rund 250.000 Kinder und Jugendliche in mehr als 20 Ländern als Soldaten eingesetzt, unter anderem im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik und im Nahen Osten. Die Jungen und Mädchen würden zum Kämpfen gezwungen oder als Spione, Lastenträger oder Sexsklaven missbraucht.

Erfolge gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Wie Caritas international in Freiburg mitteilte, konnten Hilfsorganisationen in den vergangenen Jahren große Erfolge zugunsten der Kindersoldaten verbuchen. So sei es in der Demokratischen Republik Kongo seit 2004 gelungen, mehr als 32.000 Kinder und Jugendliche aus Armee- und Milizverbänden zu befreien.

"Ein Viertel dieser jungen Menschen erhielten in den fünf Kindersoldaten-Zentren der Caritas medizinisch-psychologische Hilfe und wurden anschließend von Caritas-Mitarbeitern bei der Wiedereingliederung in ihre Familien und Dorfgemeinschaften unterstützt", teilte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, in Freiburg mit.

Humanitäre Hilfe könne in vielen Einzelfällen das Schicksal dieser Kinder zum Besseren wenden, aber "eine grundsätzliche Lösung ist nur durch konsequentes Handeln von Politik und Justiz zu erzielen", so Müller. Dazu könnten die Ausweitung der Strafverfolgung wie auch ein Ausfuhrstopp für Kleinwaffen gehören.

Kleinwaffen "die tödlichste Waffenart"

Auch terre des hommes, die Kindernothilfe und World Vision Deutschland riefen zusammen mit Brot für die Welt die Bundesregierung auf, den Export von Kleinwaffen und Munition komplett zu stoppen und ein Rüstungsexportgesetz mit rechtlich verbindlichen und einklagbaren Ablehnungskriterien zu schaffen.

Die Hilfsorganisationen legten eine Studie vor, nach der Deutschland Kleinwaffen, "die tödlichste Waffenart", in viele Konfliktregionen liefere - auch in solche, in denen Kindersoldaten eingesetzt werden, beispielsweise in den Nahen Osten, Indien, Pakistan oder die Philippinen", sagte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte von terre des hommes und Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten.

Obwohl die Bundesregierung seit Jahren von Kinder- und Menschenrechtsorganisationen und dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes auf diese Missstände hingewiesen werde, sehe sie bisher offenbar keinen Handlungsbedarf, kritisierte das Bündnis.


Quelle:
KNA