Caritas-Präsident Neher in der Ukraine
Caritas-Präsident Neher in der Ukraine
Caritas-Präsident Neher in der Ukraine
Caritas-Präsident Neher in der Ukraine
Kinder im Caritas-Sozialzentrum
Kinder im Caritas-Sozialzentrum

03.09.2016

Caritas berichtet aus der Ukraine Große Not im Herzen Europas

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, ruft dazu auf, den Konflikt in der Ostukraine nicht aus dem Blick zu verlieren. Hunderttausende litten im Herzen Europas, so Neher. Er hat sich vor Ort ein Bild der Lage gemacht.

domradio.de: Wie haben Sie die Situation vor Ort erlebt?

Prälat Dr. Peter Neher (Präsident des Deutschen Caritasverbandes): Die Situation der Flüchtlinge ist sehr schwierig. Wir haben mit einer jungen Mutter gesprochen die zwei kleine Kinder hat. Eines davon schwerbehindert. Und sie erzählte, dass der fünfjährige Sohn fragt: "Mama, wann fahren wir wieder nach Hause?". Die Kinder hatten wohl eher das Gefühl, irgendwie einen großen Ausflug zu machen. Die Probleme in der Ostukraine sind zum einen, eine Wohnung zu finden, weil es in der Ukraine üblich geworden ist, die eigene Wohnung zu kaufen. Also sind Mietwohnungen große Mangelware. Zum anderen haben viele grpße Schwierigkeiten den Lebensunterhalt zu verdienen, Arbeit zu finden oder sich selbstständig zu machen. Viele der Kinder und auch der jungen Menschen, aber eben auch Erwachsene sind traumatisiert von den schrecklichen Ereignissen der kriegerischen Handlungen. Die Hoffnung, nach zwei Jahren möglicherweise wieder zurückzukehren in die Heimat, ist sehr gering. Das lastet schon vielen auf der Seele und schafft eine große Atmosphäre von Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Wie sollen die Leute so ihr Leben gestalten?

domradio.de: Und wie gehen die Menschen damit um?

Neher: In den den Caritas-Sozialzentren versuchen wir, die Traumata zu bearbeiten. Den Menschen Unterstützung zu geben, damit sie ihre Dokumente bekommen und Arbeit finden. Wenn ein Mensch wieder das Gefühl hat, er wird Herr einer Lage, dann entsteht auch wieder Hoffnung. Aber wir dürfen nicht vergessen, das sind 1,7 Millionen Menschen, die in der Ukraine selber als Binnenflüchtlinge leben: Im Herzen Europas! Für so viele Menschen in einer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation, wie der der Ukraine, eine Hoffnung zu finden, das ist ganz schwer. Wir versuchen Sie zu unterstützen, aber das ist eine große Herausforderung.

domradio.de: Wie sieht diese Begleitung traumatisierte Menschen konkret aus?

Neher: Das sind oft kleine Gruppen, die sehr spezifisch auf die Kinder hin geordnet sind. Wir helfen mit unterschiedlichen therapeutischen Maßnahmen. Es geht aber auch um ganz praktischen Fragen: miteinander kochen, miteinander spielen und sie einfach erzählen zu lassen. Aber eben in der Form der Kinder – durch Malen. Das sind therapeutische Dinge, die hier für die Kinder schulergänzend angeboten werden. Genauso wie schulergänzende Freizeitmöglichkeiten. Mit Ihnen Spiele  zu machen, mit Ihnen Fußball zu spielen. Also dieses ganze Spektrum, was Ihnen hilft, ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten.

domradio.de: Und was tut die Caritas darüber hinaus für die Vertriebenen dort?

Neher: Die Caritas Ukraine ist sehr beim Wiederaufbau von Schulen und von medizinischen Zentren -  gerade auch in der Pufferzone - engagiert. Die Schulen und medizinischen Zentren waren oft militärisch besetzt und wurden dann oft zum Angriffsziel der jeweils gegnerischen Seite. Hier haben wir ein großes Programm mit neuen Fenstern, damit für den anstehenden Winter auch die Schulen und Sozialzentren benutzt werden können. Das sind praktische Unterstützungsformen, um auch gerade das Leben in der Pufferzone einigermaßen zu ermöglichen, weil die Menschen es dort sehr schwer haben. Wir allein mussten bei unserem Besuch mehrere Checkpoints passieren, um überhaupt dorthin zu kommen. Und die, die dort wohnen, denen geht es nicht anders. Und die Caritas Ukraine kümmert sich auch um die Hauskrankenpflege und die Kinder- und die Jugendarbeit. Das ist aber schon seit vielen Jahren so.

Das Interview führte Milena Furman.

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(DR)

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