Wiederwahl von Peter Neher
Wiederwahl von Peter Neher

13.10.2015

Caritaspräsident Neher geht in eine dritte Amtszeit "Ich habe noch Kraft und viele Ideen"

Prälat Peter Neher ist mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre als Caritaspräsident wiedergewählt worden. Im Interview äußert er sich zu der Hilfe für Flüchtlinge, hoher Kirchensteuereinnahmen - und hoher Austrittszahlen.

KNA: Herr Neher, Sie stehen als Caritaspräsident vor Ihrer dritten Amtszeit. Was motiviert Sie für diesen Triathlon?

Neher: Es ist spannend, in dieser Zeit für die sozialen Themen in unserer Kirche und Gesellschaft zu arbeiten. Es steht eine Menge an Herausforderungen an. Ich habe noch Kraft, viele Ideen und Zuversicht, so dass ich mir die Verlängerung noch einmal zutraue.

Gerade mit Blick auf unseren Zukunftsdialog "Caritas 2020" möchte ich die Arbeit unseres Verbands weiter mitgestalten.

KNA: Die Flüchtlingskrise gilt als größte sozialpolitische Herausforderung für Deutschland und Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Ist die Caritas dafür hinreichend gut gerüstet?

Neher: Wir sind seit vielen Jahren in der Flüchtlingsarbeit gut aufgestellt. Von dieser großen Zahl an Menschen auf der Flucht, die bei uns eine neue Heimat suchen, sind wir genauso überrascht wie alle anderen. Aber wir haben viel Erfahrung: Wir wissen, wie Sprachförderung geht, wie Menschen in Ehrenamt und Beruf zusammenarbeiten können. Da ist viel Know-how vorhanden. Durch die Dimension, die da über uns hereingebrochen ist, werden wir nun allerdings vor eine ganz neue Bewährungsprobe gestellt.

KNA: Papst Franziskus predigt Barmherzigkeit. Kann es einen besseren Rückenwind für Ihre Arbeit geben?

Neher: Von Anfang an hat dieser Papst deutlich gemacht, dass er Menschen im Blick hat, die es schwer im Leben haben. Franziskus hat auf seiner ersten Reise die Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa besucht, er war in den USA bei Häftlingen im Gefängnis. Das ist eine große Ermutigung für alle, die im Dienst der Caritas stehen - einen Papst zu haben, der auf diese Menschen ganz besonders eingeht.

Zugleich ermahnt uns Franziskus, immer wieder darauf zu schauen, wozu wir da sind und was wir zu tun haben. Also: Er ist Rückenwind, Ansporn - und auch Stachel im Fleisch.

KNA: Die Kirchensteuer sprudelt üppiger denn je. Kommt davon auch etwas in Ihrem Verband an?

Neher: Die Bischöfe investieren im Moment enorm viel Geld in die Flüchtlingsarbeit. Das ist beeindruckend. Aber das geschieht in den Diözesen. Bei uns auf Bundesebene kommt von den Mehreinnahmen nichts an. Wir unterliegen seit vielen Jahren einem Sparprozess für überdiözesane Aufgaben. Seit 2004 haben wir mit Mindereinnahmen von über 7 Millionen Euro zu kämpfen. Dabei könnten wir etwas mehr Geld für bundesweite Vernetzung und Engagement gut gebrauchen - gerade jetzt.

KNA: Trotz hoher Kirchenaustrittszahlen wird die Caritas immer größer. Wie lange geht das noch gut?

Neher: Da sehe ich keinen direkten Zusammenhang, im Gegenteil.

Vielleicht ist es ja so, dass viele Menschen gerade wegen des großen sozialen Engagements noch in der Kirche sind. Wir werden uns immer prüfen müssen, wieweit wir auch dem Evangelium in unseren Reihen Kraft geben. Wir sind Teil dieser Kirche, die sich in Deutschland glücklich schätzen darf, eine Caritas zu haben, die hervorragend arbeitet und für viele ein attraktiver Arbeitgeber ist.

KNA: Die Bischöfe von Regensburg, Passau und Eichstätt haben bekanntgegeben, dass sie nun doch das neue katholische Arbeitsrecht wie die anderen deutschen Bischöfe zum Jahreswechsel unverändert umsetzen. Eine gute Nachricht für die Caritas?

Neher: Ich bin froh und dankbar, dass die drei Bistümer die Schritte mitgehen wollen, welche die neue Grundordnung bietet. Es stärkt die Caritas, wenn wir überall in Deutschland auf dieser gemeinsamen Grundlage das kirchliche Arbeitsrecht anwenden.

Das Interview führte Christoph Renzikowski.

(KNA)

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