Nepal nach dem Beben
Nepal nach dem Beben
Deutsche Hilfe in Nepal
Deutsche Hilfe in Nepal
Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx

03.05.2015

Kardinal Marx ruft zu verstärkter Hilfe für Nepal auf "Anstrengungen weiter intensivieren"

Die katholische Kirche ruft zu mehr Unterstützung für die Betroffenen des Erdbebens in Nepal auf. Mitarbeiter der Caritas vor Ort berichten von schwer traumatisierten Opfern.

Nach der schweren Erdbebenkatastrophe in Nepal ruft der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Gebet und zur verstärkten Hilfe für die Opfer und deren Angehörige auf. "Angesichts der großen und voraussichtlich noch viele Wochen andauernden Not werden unser Hilfswerk Caritas international und die anderen kirchlichen Werke ihre bereits aufgenommenen Hilfsanstrengungen weiter intensivieren", schrieb Marx in einem am Sonntag in Bonn veröffentlichten Brief an den Bischof von Nepal, Paul Simick: "Auch bin ich gewiss, dass die deutschen Katholiken großherzig für die von der Erdbebenkatastrophe Betroffenen spenden", so der Kardinal wörtlich.

In dem Brief an Simick brachte Marx zudem seine tief empfundene Anteilnahme am Schicksal der Opfer zum Ausdruck. Zugleich sicherte er den Menschen in Nepal die Solidarität der deutschen Katholiken zu. Darüber hinaus rief er zum Gebet für die Opfer des Unglücks und für alle Leidtragenden in Nepal auf: "Für Christen gibt es kein wichtigeres Zeichen der Verbundenheit mit den Notleidenden als die Hinwendung zu Gott im Gebet."

Caritas international koordiniert in Zusammenarbeit mit der Caritas in Nepal und anderen Organisationen die Hilfe für die Katastrophenopfer. Nepal ist auf eine Katastrophe dieses Ausmaßes nicht vorbereitet. Die Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, brauchen kurzfristig Nahrung, Trinkwasser sowie Schutz gegen Kälte und Regen.

Furcht vor weiteren Nachbeben

Viele der Erdbebenopfer seien zudem durch das Erlebte und den Verlust geliebter Angehöriger traumatisiert, berichtete Caritas-Helfer Stefan Teplan am Sonntag aus Kathmandu: "Die Menschen sind von Angstzuständen geplagt und kommen nicht zur Ruhe. Sie fürchten sich vor weiteren Nachbeben und sehen mit großen Befürchtungen dem bald einsetzenden Monsun entgegen."

Caritas-Helfer hätten inzwischen vier der am schwersten betroffenen Regionen erreicht, betonte Teplan. Am dringendsten benötigt würden nun Zelte, Schutzplanen und medizinische Hilfe: "Die Menschen wollen schnell wieder ein notdürftiges Dach über dem Kopf, damit sie sich vor dem Regen schützen können. Sonst verwandelt sich ihr Zuhause in wenigen Wochen in ein Schlammfeld", so Teplan. Zudem müssten offene Wunden, Durchfallerkrankungen und Ruhr behandelt werden.

Für die medizinische Hilfe sowie die Verteilung von Zelten und Schutzplanen hat Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, bislang eine Million Euro zur Verfügung gestellt.

Kaum noch Hoffnungen auf Überlebende

Mehr als eine Woche nach dem Erdbeben gibt es kaum noch Hoffnung, Lebende aus den Trümmern zu bergen. Die Zahl der Toten liegt offiziellen Angaben vom Sonntag zufolge inzwischen bei mehr als 7.000. Die Rettungs- und Aufräumarbeiten gingen am Wochenende unter erschwerten Bedingungen weiter. Der völlig überlastete Flughafen in Kathmandu darf seit Sonntag nicht mehr von großen Maschinen angeflogen werden. Unterdessen geriet die Regierung des Himalaya-Staates wegen Behinderung der internationalen Hilfe in die Kritik.

Die Vereinten Nationen verlangten einem BBC-Bericht zufolge eine Lockerung der Zollvorschriften und eine schnellere Abfertigung für die dringend benötigten Hilfsgüter, die ins Land kommen. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos erklärte am Samstag, sie habe Nepals Premierminister Sushil Koirala an seine Zusage erinnert, Hilfsgüter aus dem Ausland schneller und unbürokratisch abzufertigen. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kathmandu sagte jedoch, alle Waren, die ins Land eingeführt würden, müssten inspiziert werden.

Gefahr der Korruption

Hilfsorganisationen beschwerten sich darüber, dass alle finanzielle Unterstützung aus dem Ausland über den Katastrophenfonds des Premierministers abgewickelt werden soll. Lokalen Medienberichten zufolge fürchten sie, dass internationale Hilfsgelder in Millionenhöhe für politische Ziele zweckentfremdet werden könnten. Auch das Kinderhilfswerk terre des hommes, das nach eigenen Angaben Spenden an Partner in Nepal überweist, äußerte Kritik: "Es besteht die Gefahr der Korruption und der willkürlichen Kontrolle durch die Regierung", sagte Sprecher Wolf-Christian Ramm dem epd. "Dies lehnen wir und unsere Partner in Nepal ab."

EU-Kommissar Christos Stylianides appellierte unterdessen an die EU-Staaten, ihre Unterstützung zu verstärken. Brüssel werde die Hilfen für die Erdbeben-Opfer weiter erhöhen, kündigte er am Samstag in der Zeitung "Die Welt" (Online-Ausgabe) an. Auch solle der nepalesischen Regierung frisches Geld zur Bewältigung der Krise zur Verfügung gestellt werden. Konkrete Zahlen nannte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe nicht.

Unmittelbar nach dem Erdbeben hatte die EU bereits drei Millionen Euro Hilfsgelder bereitgestellt. Weitere Hilfsmaßnahmen aus Brüssel sollen voraussichtlich am Montag bekanntgegeben werden. Die UN haben um Hilfen in Höhe von 380 Millionen Euro für Nepal gebeten.

Am Samstag vor einer Woche hatte ein verheerendes Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 die Himalaya-Region erschüttert. Besonders schwer von der Naturkatastrophe betroffen ist das dicht besiedelte Kathmandu-Tal. Es gab rund 14.000 Verletzte. Es war das schwerste Erdbeben in Nepal seit 80 Jahren.  

(epd, KNA)

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