Persönlicher Kontakt in der Altenpflege
Persönlicher Kontakt in der Altenpflege

29.01.2015

Regierung und Verbände fordern mehr Geld für Altenpflege Pflege in Not

Sie werden täglich mit ethischen Entscheidungen konfrontiert. Der Beruf des Altenpflegers fordert jede Menge Verantwortung. Die niedrigen Gehälter schrecken jedoch viele Jugendliche ab, diesem Beruf nachzukommen. Die Regierung will sich dem Missstand annehmen.

Trotz enormen Bedarfs an Altenpflegern in Deutschland schreckt schlechte Bezahlung viele junge Menschen von diesem Beruf ab. Darauf machte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann von der CDU, am 27. Januar in Berlin aufmerksam. Er forderte flächendeckend faire Löhne. Laumann stellte eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit vor. Demnach bestehen von Region zu Region erhebliche Gehaltsunterschiede. Verantwortlich dafür seien die fehlenden einheitlichen Tarifvorgaben.

Kritik an unterschiedlicher Bezahlung

Auch die Kölner Caritas fordert eine Angleichung der Gehälter in Alten- und Krankenpflege. In Nordrhein-Westfalen verdienten Altenpfleger knapp sieben Prozent weniger als Gesundheits- und Krankenpfleger, ließ der Diözesan-Caritasdirektor Frank Johannes Hensel verlauten. Dieser Unterschied sei fachlich nicht zu rechtfertigen. Beide Berufsbilder seien in ihrer modernen Ausprägung gleichermaßen qualifiziert und wichtig für die Gesellschaft.

Es sei die Nähe zum ärztlichen Beruf in den Krankenhäusern, die dazu führe, dass die Krankenpfleger besser bezahlt würden, betonte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Prof. Christel Bienstein im domradio.de-Interview. Ein entscheidender Unterschied liege auch darin, dass die Krankenhäuser höhere Erlöse erwirtschaften als zum Beispiel Altenheime oder ambulante Pflegedienste.

Attraktivität fördern

Um junge Menschen für die Altenpflege zu gewinnen, seien endlich flächendeckend faire Löhne notwendig, ließ Pflegebevollmächtigte Laumann verlauten. Auch die Durchlässigkeit im Beruf müsse gewährleistet werden. Die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe sprach sich für mehr Aufstiegsmöglichkeiten in diesem Berufsfeld aus. Außerdem sei eine klare Aufgabenverteilung zwischen dem ärztlichen und pflegerischen Bereich notwendig. Auch müsse mehr Verantwortung in die Hände der Pflegenden gelegt werden, um die Attraktivität dieser Berufsgruppe zu steigern.

(epd, KNA, dpa, dr)

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