Erste Hilfe für ukrainische Flüchtlinge
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28.01.2015

Unsichere Zeiten in der Ukraine Caritas sucht winterfeste Unterkünfte für Flüchtlinge

Seit sich die Proteste in der Ukraine zugespitzt haben, sind 900.000 Menschen in der Ukraine auf der Flucht. Caritas International kümmert sich um die Binnenflüchtlinge. Über ihre Lage berichtet Mitarbeiterin Lalida Rajsrima.

domradio.de: Wie geht es den Menschen aktuell?

Lalida Rajsrima (Mitarbeiterin von Caritas International zurzeit in Kiew, zuständig für Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten): Die Menschen sind aktuell in der Ukraine beunruhigt. Wir haben auch in den Medien gesehen, dass die Gewalt immer weiter ausbricht. Die Angst vor weiteren gewaltsamen Ausbrüchen ist sehr groß. Besonders die Bilder des letzten Raketenangriffs in Mariupol beunruhigen die Menschen sehr. Es gibt aber auch eine große Solidarität zwischen den Menschen, die in Sicherheit leben und zwischen denen, die unter der Krise zu leiden haben.

domradio.de: Wie genau kann man diese neue Eskalation erklären?

Lalida Rajsrima: Die Fronten verhärten sich. Es ist nicht klar, was die verschiedenen Seiten für Ziele haben. Es sieht gerade so aus, dass beide Parteien die Probleme nicht mehr durch Gespräche lösen, sondern durch Gewalt.

domradio.de: Es gibt erneut Vorwürfe beiderseits, die EU droht Russland mit neuen Sanktionen. Ist das der richtige Weg?

Lalida Rajsrima: Das ist schwierig zu sagen. Letztes Jahr haben die Sanktionen gezeigt, dass sich die Lage dadurch ein bisschen beruhigt hat. Für die Zukunft ist es schwer einzuschätzen, weil die Situation sehr unsicher ist. Auf der ukrainischen Seite zeigt sich, dass es eine größere Gewaltbereitschaft gibt. Es werden zurzeit Reservisten rekrutiert und mobilisiert. Von daher ist eine Hoffnung auf eine friedliche Schlichtung der Gewalt weiter in die Ferne gerückt.

domradio.de: Wie genau sieht Ihre Hilfe von Caritas International aus?

Lalida Rajsrima: Der Hauptfokus der Arbeit liegt darin, die bedürftigsten Menschen zu treffen und zu betreuen. Die Hilfe besteht darin, dass wir versuchen, winterfeste Unterkünfte zu finden und diese zu finanzieren. Wir wollen die größten Bedürfnisse befriedigen und stellen Nahrungsmittel und die nötigsten hygienischen Mittel zur Verfügung. Auch leisten wir eine psychosoziale Betreuung und versuchen die Menschen, in dem Zustand, in dem sie ankommen, am besten zu betreuen.

Das Interview führte Verena Tröster.

(dr)

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