29.05.2013

Schick: Keine prekären Arbeitsverhältnisse in der Kirche Kampf gegen Leiharbeit

Die katholische Kirche will verstärkt gegen Menschenhandel und Ausbeutung von Arbeitskräften vorgehen. Dies beinhalte auch den Kampf gegen Leiharbeit, erklärte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick.

Die Kirche selbst müsse alles dafür tun, dass in ihrem Bereich keine "prekären Arbeitsverhältnisse" vorkommen. Als Besitzer vieler Immobilien sei es wichtig, dass alle Aufträge und Arbeitsverträge voll dem Rechtssystem entsprächen, sagte Schick am Mittwoch in Würzburg.

Zudem müssten Menschen sensibilisiert werden, beim Einkauf darauf zu achten, wo die Waren produziert worden seien, sagte der Bamberger Erzbischof. Ein weiterer Punkt sei ein konsequentes Vorgehen gegen Zwangsprostitution. Dazu wolle die Kirche ihre Möglichkeiten der Verkündigung und Öffentlichkeitsarbeit nützen, kündigte Schick an.

Anlass war der Abschluss einer dreitägigen Konferenz zum Thema "Menschenhandel", an der die katholischen Weltkirche-Verantwortlichen in Deutschland teilnahmen. Kritik übten die Kirchenverantwortlichen an der Bundesregierung. Die EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels aus dem Jahr 2011 sei immer noch nicht in nationales Recht umgesetzt, wie es eigentlich bis April 2013 hätte geschehen sollen. Dies müsse nun "unverzüglich und vollständig" passieren, heißt es in der Abschlusserklärung.

Prositutionsgesetz überprüfen

Zudem sei eine "an der Realität orientierte kritische Überprüfung" des Prostitutionsgesetzes aus dem Jahr 2001 notwendig. Verbrecherische Organisationen nützten die liberale Ausgestaltung des Gesetzes aus, sagte Ludwig Kuhn als Vertreter der Diözesanverantwortlichen zum Thema Weltkirche. Neben einer kostendeckenden Regelfinanzierung für Fachberatungsstellen seien eine sichere Unterkunft der Opfer von Menschenhandel sowie eine Bleiberechtsregelung nötig.

Die Direktorin des Caritas Lebanon Migrant Center, Najla Chahda, würdigte die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke aus Deutschland bei der Unterstützung von Arbeitsmigranten. Durch missio Aachen würden etwa Zufluchtshäuser und Rechtsberatung für Frauen gefördert, die als Haushaltshilfen aus den Philippinen angeworben werden. Davon gäbe es etwa 300.000 im Libanon. Diese würden oft nicht bezahlt oder sexuell missbraucht. Wenn ihre Arbeitgeber sie entließen, drohe ihnen rechtliche Verfolgung. Die Caritas habe jedoch bei den Behörden erreicht, dass Ermittlungen gegen diese Frauen nicht ohne Rechtsbeistand erfolgten.

(KNA)

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