Udo Lindenberg steht in seiner Ausstellung "Zwischentöne" in Leipzig 2020
Udo Lindenberg steht in seiner Ausstellung "Zwischentöne" in Leipzig 2020
Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken
Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken
Udo Lindenberg hat die 10 Gebote auf seine Art interpretiert
Udo Lindenberg hat die 10 Gebote auf seine Art interpretiert

17.05.2021

Bonifatiuswerk gratuliert Udo Lindenberg zum 75. Geburtstag "Mensch, Menschenfreund und Vollblutmusiker"

Udo Lindenberg bezeichnet sich selbst als "religiösen Freiglauber", ist zwar kein Mitglied in der katholischen Kirche, arbeitet aber mit dem Bonifatiuswerk zusammen und engagiert sich vielseitig. Jetzt wird der Musiker und Maler 75 Jahre alt.

DOMRADIO.DE: Udo Lindenberg ist ja nicht nur Musiker, er malt auch. Und zwar auch für das Bonifatiuswerk.

Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerks): Ja. Wir haben Kontakt zu ihm bekommen. Ich hatte schon im Rahmen des Weltjugendtages damals Kontakt zu ihm. Der hat sich dann auf dem Hamburger Kiez in der Kirche St. Joseph mit Pfarrer Karl Schultz noch einmal intensiviert. Dort waren "Udos 10 Gebote" ausgestellt. Für mich war das sehr inspirierend, denn mit diesen Werken konnte man vielleicht auch mit anders Denkenden und anders Glaubenden in den Dialog kommen.

Da hab ich ihn gefragt, ob wir diese Bilder auch in Paderborn zum Libori-Fest ausstellen könnten. Das haben wir dann mit großem Erfolg getan, weil viele Anstöße kamen, sich damit auseinanderzusetzen. Beim Katholikentag in Münster war es dann ähnlich. Zehntausende Menschen haben sich Udos Bilder angesehen.

DOMRADIO.DE: Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholiken in der Diaspora, also dort, wo sie in der deutlichen Minderheit sind. Und Udo Lindenberg unterstützt Sie. Er hat auch schon Geld gespendet. Aber katholisch ist er ja nicht. Das sagt Udo Lindenberg selbst über sich. Weiß man, was er ist, wenn er nicht katholisch ist?

Austen: Er ist zunächst mal ein Mensch, dem die Freiheit sehr wichtig ist. Er selbst sagt von sich: "Ich bin ein religiöser Freiglauber." Und wenn Sie mal in seine Texte hineinhören und auch seine Bilder sehen, sei es in "Udos 10 Gebote", "Hinterm Horizont geht's weiter" oder "Es ist jemand da, der uns trägt", dann merkt man, dass er sich schon mit religiösen Fragen und Religionen auseinandersetzt.

Aber ihm ist es sehr wichtig, dass es um die Menschenfamilie geht. Ich glaube, da lässt er sich auch nicht in irgendeine Form pressen. Da bleibt er sehr souverän. Ich erlebe schon, dass er sehr interessiert ist, sich aber auch kritisch mit den Fragen auseinandersetzt und auch uns eine Menge geben kann, worüber wir nachdenken können.

DOMRADIO.DE: Haben Sie eigentlich direkten Kontakt zu Udo Lindenberg oder läuft das über Agenten und Ihre Mitarbeiter?

Austen: Es gibt einen direkten Kontakt zu ihm. Wir treffen uns häufig in Hamburg, dort, wo er lebt. Es ist ein Mann - wie ich persönlich finde - der sich nicht verbiegen lässt. Er ist, wie gesagt, sehr interessiert und setzt sich mit den Dingen auseinander. Das konnte man deutlich merken als wir die Ausstellungen geplant haben oder auch bei der gemeinsamen Unterstützung von sozialen Projekten, sei es bei einem Frauenhaus oder dort, wo Kinder und Jugendliche benachteiligt oder krank sind oder bei der Hilfe für Migranten und Flüchtlinge.

Da tauschen wir uns schon sehr persönlich miteinander aus. Er hat uns im letzten Jahr einen, so wie er sagt, "Udo-speziellen Nikolaus" für das Bonifatiuswerk gemalt womit wir "Orte guter Taten" unterstützen. Dafür sind ihm alle auch sehr dankbar.

DOMRADIO.DE: Er redet also normal mit Ihnen?

Austen: Er redet normal mit uns. Es ist auch für mich immer sehr inspirierend, mit ihm zu sprechen. Er ist ein Künstler. Er ist sehr beschäftigt, voller Energie und voller Ideen in ihren verschiedenen Facetten. Das spürt man auch noch nach 75 Jahren bei ihm.

DOMRADIO.DE: Udo Lindenberg ist ein Freund der Nordlichter und deswegen schenkt ihm das Bonifatiuswerk zum 75. eine Hundeschlittenfahrt.

Austen: Wir haben uns gefragt, wie wir uns bei Ihm bedanken können. Er ist ein Mann, der vieles hat und den vieles umgibt, aber mit dem wir uns auch verbunden fühlen. Wir haben öfter drüber gesprochen, dass wir mal nach Tromsø (Stadt in Norwegen, Anm. d. Red.) und zu den Nordlichtern fahren müssten. Dazu hatten wir dann eine Idee. Wenn wir das irgendwie nach der Zeit der Pandemie hinkriegen, dann möchten wir ihm dort eine Hundeschlittenfahrt schenken.

DOMRADIO.DE: Was wünschen Sie ihm zum Geburtstag?

Austen: Zunächst einmal wünsche ich ihm viel Glück und viel Segen. Ich wünsche ihm, dass seine Schaffenskraft und Energie ihm noch weiter erhalten bleibt. Aber ich wünsche ihm auch, dass er für all das, was ihn so ausmacht, umgibt und auf ihn einströmt, Platz in seinem Herzen hat, um das alles auch zu verarbeiten.

Ich würde ihm auch wünschen, dass er für viele Dinge, die ihm persönlich wichtig sind, auch Raum hat. Das bezieht sich auch auf die Zeit des Abschiednehmens, wenn er erlebt, dass manche im Alter krank werden, von ihm gehen und er sich mit diesen Fragen auseinandersetzen kann. Diesen Raum wünsche ich ihm auch für seine Persönlichkeit, die ihn als Mensch, Menschenfreund und Vollblutmusiker ausmacht. 

Das Interview führte Tobias Fricke. 

(DR)

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