Erik Varden, Bischof von Trondheim
Erik Varden, Bischof von Trondheim
Erik Varden, Bischof von Trondheim
Erik Varden, Bischof von Trondheim
St. Olav in Trondheim
St. Olav in Trondheim

11.11.2020

Ein Trappistenmönch wird zum Bischof "Das bleibt ein Paradox"

Das Leben von Erik Varden war 20 Jahre von Stille und Gebet geprägt. Im Herbst änderte sich das, als der Mönch neuer Bischof von Trondheim wurde. Wie ein Weihe in Corona-Zeiten abläuft, und was auf ihn nun zukommt, erzählt er im Interview.

DOMRADIO.DE: Im Olafsdom sind Sie zum Bischof geweiht worden. Was war das für ein Gefühl?

Erik Varden (Bischof von Trondheim): Das war großartig. Vor einer solchen Ernennung, vor den Gelübden, die man ablegt, fühlt man sich natürlich sehr klein. Ich wusste mich vom Gebet der Kirche und der versammelten Gemeinde, aber auch der katholischen Kirche, wirklich getragen. Und das war wunderbar. Und von diesem Getragensein hole ich mir zu diesem Tag Kraft, Mut und Freude.

DOMRADIO.DE: Die Weihe fand mitten in der Pandemie statt. Konnten da überhaupt Gäste da sein? Wie lief das ab?

Varden: 150 Leute durften im Dom dabei sein. Dann wurde alles direkt übertragen im Internet und man hat später festgestellt, dass zwischen 20.000 und 25.000 Leuten das direkt verfolgten, was ich erstaunlich finde. In dieser Weise konnten eigentlich sehr, sehr viele Leute dabei sein.

DOMRADIO.DE: Die Katholiken leben in Norwegen in der Diaspora. Was sind da die größten Herausforderungen für die Menschen - und jetzt auch für Sie als neuer Bischof?

Varden: Die größten Herausforderungen sind ja die ewigen, nämlich das Evangelium treu und glaubwürdig zu verkünden, zu verkörpern und die Einheit zu bewahren. Wir leben hier in einer extremen Diaspora. Aber es ist seltsam, faszinierend und auch sehr schön, dass man hier die Katholizität der Kirche sehr deutlich sieht. Hier im kleinen Bistum Trondheim sind mehr als 120 Nationalitäten unter den Gläubigen. Und das finde ich unglaublich spannend und bereichernd.

DOMRADIO.DE: Wie sieht das im Moment bei Ihnen mit der Corona-Situation aus? Sind Sie da im Gemeindeleben und in den Gottesdiensten auch ein bisschen eingeschränkt?

Varden: Ja, wir dürfen jetzt ein Maximum von 50 Personen zu Messen, Katechesen und Vorträgen empfangen. Und das könnte auch strenger werden. Wir versuchen so gut wir können, auch andere kreative Weisen zu finden, um den Leuten nahe zu sein.

DOMRADIO.DE: Jetzt sind sie eigentlich ja Trappist, also Mönch in einem streng kontemplativen Orden. Das kann man jetzt erstmal gar nicht so übereinander bringen mit dem Bischofsamt. Wie passt das zusammen?

Varden: Ja, das bleibt ein Paradox. Immer wieder - und fast von Anfang an - wurden Mönche zu Bischöfen geweiht. Wir feiern heute das Fest des Heiligen Martins, er ist ein wunderbares Beispiel, dass diese Synthese von Mönchsein und pastoralem Bischofsein tatsächlich gelingen kann und Frucht tragen kann. Und das wage ich auch für mich selbst zu hoffen.

DOMRADIO.DE: Und wie machen Sie das ganz praktisch? Bauen Sie dann immer noch Elemente aus Ihrem Ordensleben in Ihren Alltag ein als Bischof?

Varden: Ja, ich versuche mein Gebetsleben ordentlich zu pflegen und auch die kontemplative Dimension durch Lesen und persönliches Gebet zu bewahren, aber ich hoffe ja auch, dass nach 20 Jahren Klosterleben die Grundwerte einigermaßen einverleibt sind und irgendwie auch in meinem sehr beschäftigten Alltag Ausdruck finden können.

DOMRADIO.DE: "Werde Hoffnungsträger", das ist das Motto der Diaspora-Aktion 2020, bei der das Bonifatiuswerk für die Katholiken in der Diaspora sammelt. Gibt es etwas, was ihnen persönlich im Moment Hoffnung macht, auch in dieser schwierigen Corona-Situation?

Varden: Ja, da gibt es viele Sachen und ich möchte auch sagen wie dankbar wir dem Bonifatiuswerk und den deutschen Katholiken für die großzügige und sehr treue Unterstützung sind. Diese Verbindung mit den Gläubigen in Deutschland ist uns sehr wichtig.

Was mir Hoffnung macht ist Enthusiasmus und Begeisterung unter den Gläubigen, die Jugend der Kirche hier, das Wachstum der Kirche prozentmäßig. Hier gibt's ein jährliches Wachstum von zwischen zehn und 15 Prozent. Auch die Treue und die Güte, die ich hier kennenlerne und sehr schätze.

Das Gespräch führte Gerald Mayer.

(DR)

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