Eröffnung des Europakongresses in Paderborn mit dem Präsidenten des Europäischen Parlamentes a. D. Dr. Hans-Gert Pöttering
Eröffnung des Europakongresses in Paderborn mit dem Präsidenten des Europäischen Parlamentes a. D. Dr. Hans-Gert Pöttering

22.11.2018

Live aus Paderborn: Navid Kermani, Annette Schavan und Aiman Mazyek Wie prägt Religion Europa?

Der große Europakongress des Bonifatiuswerkes in Paderborn ist mit einem Kulturdialog mit Navid Kermani und dem Abschlusspodium mit Annette Schavan und Aiman A. Mazyek zu Ende gegangen. Videos jetzt online!

Europa darf nach den Worten von Navid Kermani, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, nicht nur auf die Ökonomie beschränkt werden. "Europa ist keine Währung. Europa sind Ideen, sind Werte», sagte er im Gespräch mit dem EU-Politiker Elmar Brok (CDU) bei einem Kongress des katholischen Bonifatiuswerks am Freitag in Paderborn. Die Diskussion stand unter der Fragestellung "Europas religiöse Identität - ein blinder Fleck in der Politik?".

Zentraler Punkt der Diskussion war die Frage nach dem europäischen Zusammenhalt. Ausdrücklich begrüßte Brok, dienstältestes Mitglied des Europäischen Parlaments, Europa als Wertegemeinschaft. Der Autor Kermani sagte, man dürfe Europa nicht ungerechtfertigt für Missstände verantwortlich machen. So hätten viele strukturschwache Regionen in Europa auch ohne die EU Probleme. Hierfür solle man politische Schwierigkeiten und nicht die Mentalität ins Feld führen.

Die europäische Idee gehe auf die Aufklärung zurück, und deren Werte von Brüderlichkeit endeten nicht an Grenzen, so Kermani. Auf die Ursprünge der EU berief sich auch Brok. Er sagte mit Blick auf die ersten Politiker, die sich für ein geeintes Europa eingesetzt haben, dass man gerade in Grenzregionen gewusst habe, was Krieg bedeute.

Warnung vor zu viel Vehemenz

Durch den katholischen Glauben dieser Politiker sei aber eine Verbindung untereinander entstanden. Zum Thema Migration und Asyl sagte Brok, Angst vor Migranten bestehe dort, wo es wenige gebe - entsprechend also an Orten, an denen man nicht so viel Erfahrung mit ihnen habe.

Zustimmung kam von Kermani, der auch Themen wie Gender-Forschung und Homosexualität ansprach. In Deutschland habe es bereits lange Diskussionen dazu gegeben, weswegen die Themen hier eine große Akzeptanz hätten. In anderen Ländern in Europa könne man nicht erwarten, dass weite Teile der Bevölkerung ohne entsprechende Diskussionen die deutsche Meinung teilten.

Aufgabe der Politik sei es, auf Veränderungen in der Gesellschaft zu reagieren, nicht aber, diese Veränderungen anzustoßen, sagte Brok. Kermani erklärte dazu, dass zu viel Vehemenz hier nur Abneigungen in der Bevölkerung auslösen könne.

 

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