Eine Kirche in Island
Katholiken sind in Island eine Minderheit
Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken
Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken
Mitarbeiter des Bonifatiuswerks stellen Diaspora-Aktion 2018 vor
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Bonifatiuswerk: mobile Kinderkirche
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Bonifatiuswerk
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16.11.2018

Spenden am Diaspora-Sonntag für katholische Minderheiten Solidarität und Hilfe

Zum Diaspora-Sonntag am 18. November werden in allen katholischen Kirchen Deutschlands Spenden für das Bonifatiuswerk gesammelt, um katholische Minderheiten zu unterstützen. Doch welche Projekte werden damit gefördert?

DOMRADIO.DE: An diesem Sonntag wird in allen katholischen Kirchen Deutschlands Geld für die Unterstützung von Christen in der Minderheit gesammelt. Was passiert mit dem Geld?

Msgr. Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken): Damit werden Projekte vor allen Dingen in Deutschland unterstützt, wo Katholiken in einer Minderheit leben. Zum Beispiel wenn man an Ostdeutschland denkt, da gehören 75 bis 80 Prozent keiner christlichen Konfessionen an. Oder aber auch in ganz Nordeuropa - von Dänemark bis hoch nach Grönland gehören nur zwischen 0,6 Prozent und drei Prozent der dortigen Bevölkerung der katholischen Kirche an. Vergleichbar sieht es in Estland und Lettland aus.

Wir können mit den Spenden etwa 800 Projekte unterstützen, die den Gemeinden und den Menschen helfen, sei es in der Bauhilfe, in Suppenküchen, Hospizdiensten oder in der pastoralen Arbeit - gerade auch für Kinder und Jugendliche.

Es werden aber auch "Boni-Busse" unterstützt, um die weiten Entfernungen zu meistern. Von denen fahren etwa 600 in Deutschland. Und man braucht auch Gelder, um Kirchen, Klöster, Gemeindezentren, Kindergärten und Kindertagesstätten zu unterstützen. Wir sind den Spendern sehr dankbar dafür, dass sie damit solidarisch den Glaubensbrüdern- und Schwestern zur Seite stehen.

DOMRADIO.DE: Sie sind das einzige Hilfswerk, das komplett durch Spenden finanziert wird und kein Geld von höherer Stelle bekommt. Jetzt ist das Leben in der Diaspora ja sehr vielfältig. Menschen in Sachsen leben anders als Menschen im Baltikum oder in Schweden. Sie waren gerade in Island unterwegs und haben sich dort das katholische Leben angesehen. Was haben Sie da erlebt?

Austen: Eine sehr internationale, wachsende Kirche, die materiell arm ist und mit vielen Bedingungen zu kämpfen hat, von denen wir auch etwas lernen können - gerade auch für die Gastfreundschaft. Wenn über 100 Nationen einer Gemeinde angehören, eine Gemeinde aber im Durchmesser 700 Kilometer haben kann, nur rund 700 Katholiken darin leben und die klimatischen Herausforderungen, die Internationalität und die Sprachprobleme dazu kommen, ist das eine Herausforderung.

Mich fasziniert sehr, dass die Kirche mit diesen wenigen Mitteln - aber auch mit der Unterstützung durch uns - eine Lebendigkeit ausstrahlt, wächst und uns so auch zeigt, was Weltkirche bedeuten kann. Das sind ermutigende Zeichen, die man auch für uns adaptieren kann. Also, Andersartigkeit sollte man nicht nur als Befindlichkeit erleben, sondern wir können sie auch weltkirchlich aufnehmen und uns gegenseitig unterstützen.

DOMRADIO.DE: Es sind über 800 Projekte, die Sie unterstützen. Können Sie da etwas herausgreifen, was Ihnen besonders am Herzen liegt?

Austen: In diesem Jahr ist ein Beispielprojekt die Suppenküche in Berlin-Pankow. Die sind 100-prozentig auf Spenden für Lebensmittel und andere Dinge angewiesen. Fast 90 Ehrenamtliche helfen dort mit, dass einige hundert Essen jeden Tag ausgegeben werden können oder dass Obdachlose Kleidung bekommen. Das ist ein Zeugnis gelebter christlicher Nächstenliebe.

Aber ich denke zum Beispiel auch an alle Kindertagesstätten in Ostdeutschland, die wir unterstützen, wo die Kinder - ob sie getauft sind oder nicht - mit dem Glauben in Berührung kommen. Das sind so einige Beispielprojekte, die wir auch mit fördern.

Schließlich kann man auch noch ein Kloster in Tautra, in Norwegen, nennen, das weiter wächst und wo man neue Möglichkeiten braucht, um die Schwestern aufzunehmen. Das zeigt, dass wir europaweit aktiv sind.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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