Sehnsucht nach Gemeinschaft
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Sankt-Paulus-Dom in Münster
Auch in deutschen Bistümern gibt es Diaspora-Regionen, wie z.B. in der Diözese Münster
Meinardsinsel in Lettland, erste christliche Siedlung im Baltikum
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04.11.2018

Bonifatiuswerk eröffnet Diaspora-Aktion in Osnabrück "Keiner soll alleine glauben"

An diesem Sonntag wird die diesjährige Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerkes im Osnabrücker Dom eröffnet. Unter dem Motto "Unsere Identität: Christus bezeugen" sollen christliche Minderheitsregionen unterstützt werden – auch in Deutschland.

Wie ist es, als Katholik in einer Region zu leben, in der nicht jede Stadt eine katholische Kirche hat und in der Priester Mangelware sind? Da braucht es "glaubhafte Zeugen der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes: Menschen, die ausstrahlen, wovon sie überzeugt sind, die verkörpern, wovon sie reden, die überzeugen, weil sie selbst überzeugt sind", erklärt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken zur diesjährigen Diaspora-Aktion.

Island – ein typischer Fall für das Bonifatiuswerk

Beispiel Island. Auf der Insel im Nordmeer leben 13.000 Katholiken unter den etwa 350.000 Einwohnern. Sie werden von 13 Priestern betreut, keiner davon ist Isländer. Dafür gibt es einige polnische und slowakische Geistliche, die sich aber in erster Linie an ihre Landsleute wenden. Die 2.800 isländischen Katholiken sind in der Seelsorge auf jene angewiesen, die Isländisch lernen, doch das sind nur wenige. Ein typischer Fall für das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken.

Das hat sich die Hilfe für katholische Minderheiten zur Aufgabe gemacht. Es unterstützt die Glaubensschwestern und -brüder in Gegenden, in denen diese in Minderheitensituationen leben - in Deutschland, Skandinavien und im Baltikum. "Diasporahilfswerk" wird es deshalb auch genannt, nach dem altgriechischen Wort Diaspora für Verstreutheit.

Das klingt zunächst etwas sperrig und in jedem Fall anders als die anderen großen Hilfswerke der katholischen Kirche in Deutschland wie Misereor oder Adveniat, die sich gegen Hunger und Armut vor allem in Entwicklungsländern engagieren. Der Bekanntheitsgrad des Bonifatiuswerks ist deshalb wohl noch etwas geringer, sein Wirken aber nicht minder wichtig. Das Hilfswerk setzt in Zukunft auf innovative Projekte. Es gelte, sich auf die veränderte Situation in Kirche und Gesellschaft einzustellen, so der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen. Sie wollten auch dazu beitragen, "dass Menschen, die 'religiös unmusikalisch' sind oder denen der Glaube fremd geworden ist, etwas über Inhalte unseres Glaubens erfahren können".

14,4 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk im vergangenen Jahr eingenommen, 14,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Das Geld stammt zum größten Teil aus Spenden, Kollekten, Vermächtnissen und Schenkungen.

Eröffnung heute in Osnabrück

Ein nicht unerheblicher Teil kommt bei der jährlichen bundesweiten Sammlung in den katholischen Gottesdiensten zum "Diaspora-Sonntag" zusammen, der 2018 auf den 18. November fällt. Zuvor informiert das Hilfswerk jeweils zwei Wochen lang intensiv in einer Aktion über die von ihm geförderten Projekte. Die Aktions-Eröffnung wird am 4. November im Osnabrücker Dom gefeiert.

Seit jeher fördert das Bonifatiuswerk den Bau und die Restaurierung von Kirchen. Tradition hat auch die Unterstützung für die Ausbildung von Priestern und Seelsorgern. Doch inzwischen richtet das Hilfswerk den Blick vermehrt auch auf neu entstehende Diaspora-Situationen.

Ganz konkret auch in Deutschland, wo selbst aus früher "streng katholischen" Bistümern wie Münster, Köln und Paderborn heute Minderheitsregionen geworden sind.

"Boni-Busse" zum Überwinden weiter Wege

Konkrete Hilfe und gleichzeitig ein ins Auge springender Image-Gewinn für Hilfswerk sind in solchen Gegenden die "Boni-Busse". Rapsgelb gespritzt helfen die Kleintransporter beim Überwinden weiter Wege zum Kommunionunterricht, zur katholischen Schule oder zum Seniorentreff.

"In Deutschland sind derzeit rund 600 Boni-Busse im Einsatz. Jedes Jahr können wir 40 bis 50 neue Busse an Gemeinden und Einrichtungen weitergeben", so Austen.

Aufsehen erregt auch regelmäßig die 2002 ins Leben gerufene Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone". Sie soll dazu beitragen, den heiligen Nikolaus wieder in den Vordergrund vor die kommerzielle Kunstfigur des Weihnachtsmanns zu stellen. Neu ist die Bibelaktion des Hilfswerks, mit der das Buch der Bücher wieder zur Lektüre und zum verlässlichen Unterrichtsmaterial an Schulen werden soll. Ganz konkret Diaspora kennenlernen, und zwar in Nordeuropa, Estland und Lettland, können Jugendliche durch das "Bonifatius Praktikanten-Programm", das 2011 aufgelegt wurde.

Prominente Unterstützung

Auch durch die Mitwirkung von Prominenz bleibt das Bonifatiuswerk im Gespräch. Maite Kelly etwa ist stets bei der Nikolaus-Aktion dabei, die sich inzwischen auch dem Kampf gegen Kinderarmut widmet. Bruder Patrick Kelly veranstaltet Kirchen-Konzerte zugunsten des Hilfswerks.

Und Udo Lindenberg stellt zu Großveranstaltungen wie dem Katholikentag seine in «Likörell-Technik» gemalten Bilder zu den 10 Geboten für den guten Zweck aus.

Wahrlich einen Nerv getroffen hat das Bonifatiuswerk in den vergangenen Jahren mit den Aktionstagen "Tiere der Bibel". Jeweils bis zu 800 Jungen und Mädchen aus katholischen Grundschulen besuchen dabei einen Zoo. "Gute Erlebnispädagogik" nennt Austen die Aktion.

Sie könne zudem fächerübergreifend im Unterricht behandelt werden. Es gehe darum, dass Staunen der Kinder über die Natur in Achtung der Schöpfung umzuwandeln. Angesichts des Klimawandels sicher ein zukunftsweisendes Projekt für das Diasporahilfswerk.

Johannes Schönwälder
(KNA)

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