Ungefähr 70 Besucher kamen zur Gedenkveranstaltung für Jón „Nonni“ Svensson auf den Melatenfriedhof in Köln.
Ungefähr 70 Besucher kamen zur Gedenkveranstaltung für Jón „Nonni“ Svensson auf den Melatenfriedhof in Köln.
Jón „Nonni“ Svensson (1857-1944) in Köln.
Jón „Nonni“ Svensson (1857-1944) in Köln.
Der isländische Bischof David Tencer (r.) und Monisgnore Georg Austen (l.) im Gespräch mit dem Botschafter von Island, Martin Eyjólfsson.
Der isländische Bischof David Tencer (r.) und Monisgnore Georg Austen (l.) im Gespräch mit dem Botschafter von Island, Martin Eyjólfsson.
Der Botschafter von Island, Eyjólfsson, der Bürgermeister der Stadt Köln, Bartsch, Monsignore Austen, die Gründern des Online-Nonni-Fanclubs, Priemer, der Bischof Tencer von Reykjavik, und Prälat Assenmacher
Der Botschafter von Island, Eyjólfsson, der Bürgermeister der Stadt Köln, Bartsch, Monsignore Austen, die Gründern des Online-Nonni-Fanclubs, Priemer, der Bischof Tencer von Reykjavik, und Prälat Assenmacher

17.11.2017

Gedenkveranstaltung zum 160. Geburtstag von Jón "Nonni" Svensson Weltoffen und heimatverbunden

Jón Stefán Svensson ist durch seine Nonni-Bücher einer der in Deutschland bekanntesten isländischen Schriftsteller. Kaum bekannt ist aber, dass er Jesuit war – und in Köln begraben ist. Zum 160. Geburtstag kam nun hoher Besuch in die Domstadt.

Mit einer Gedenkfeier hat das Bonifatiuswerk zusammen mit der Deutsch-Isländischen Gesellschaft den Schriftsteller und Jesuitenpater Jón "Nonni" Svensson anlässlich seines 160. Geburtstages geehrt. Der Andacht am Grab auf dem berühmten Kölner Melaten-Friedhof, die vom Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, geleitet wurde, wohnten der Bischof von Reykjavik, David Tencer, der Botschafter von Island, Martin Eyjólfsson, der Bürgermeister der Stadt Köln, Hans-Werner Bartsch, der Leiter der Deutsch-Isländischen Gesellschaft, Dr. Sverrir Schopka und die Gründern des Online-Nonni-Fanclubs, Friederika Priemer, bei.

In seinem Grußwort betonte der Kölner Bürgermeister, dass "Nonni" Svensson, der am 16. Oktober 1944 in Köln starb, ein verdienstvoller Bürger der Stadt sei, die zu seinen Ehren eine Straße, einen Brunnen und eine Jugendstätte nach ihm benannt habe.

Jón Svensson, der mit seinen abenteuerlichen Geschichten von "Nonni und Manni" Generationen von Kindern begeisterte, hat auch in der Gegenwart seinen festen Platz. "Mit Blick auf die heutige Zeit, in der man immer mehr Wertverluste hinnehmen und nach Wegen suchen muss, diese zurückzugewinnen, um sie der Jugend weiterzugeben, braucht man Hinweise und Hilfsmittel. Die Nonnibücher sind eine wirkungsvolle Möglichkeit, diese Werte zu übertragen", sagte Bürgermeister Bartsch.

Eine Herkunft für die Offenheit

Das unerschütterliche Gottvertrauen, das der isländische Autor immer wieder zwischen den Zeilen in seinen Büchern zum Ausdruck brachte, zeigt einen Menschen, der neben seiner Heimat tief im christlichen Glauben verwurzelt war, seine Wurzeln aber auch mit nach außen tragen konnte. "So war es ebenso seine Weltoffenheit, die den Menschen deutlich gemacht hat, dass, um in die Weite gehen zu können, auch eine Tiefe gebraucht wird", betonte Monsignore Austen am Grab des Jesuitenpaters.

Als Europäer habe er sich durch seine Vorträge und Bücher, in denen er auch immer wieder die tiefen Fragen des Menschseins verarbeitete, für die Versöhnung verschiedener Völker eingesetzt. "Er hat andere Menschen und Kulturen nicht als Befremdung gesehen, sondern als Bereicherung, ohne seine eigenen Wurzeln zu verleugnen. Durch sein Bekenntnis zum Glauben hat er als Jesuit auch den Menschen die christliche Botschaft in seiner Entschiedenheit weiter gesagt."

Über Grenzen gehen

Dass Kirche und Glaube mehr als nur eine Nation oder ein Teil der Welt ist, habe Svensson eindrucksvoll bewiesen, so David Tencer, Bischof von Island. "Der erste Priester von Island kann als Beispiel für alle gelten, denn er hat versucht, aus den Grenzen von Island zu gehen und der Welt offen zu begegnen."

So wurde Jón Svensson vom Botschafter Islands, Martin Eyjólfsson, als herausragender Botschafter seiner Zeit – und vor allem darüber hinaus- gelobt. „In Europa hat er mehr als 5.000 Vorträge über Island gehalten. Er ist ein tolles Vorbild, auch für meine Arbeit“, resümierte Eyjólfsson.

Während der Gedenkveranstaltung, die im Zusammenhang mit dem Europäischen Kulturerbejahre stattfand, wurde zudem ein neues Hörbuch mit den Geschichten von "Nonni und Manni" vorgestellt, das vom Bonifatiuswerk aufgelegt wurde. Die Geschichten von atemberaubender Natur und gefährlichen Abenteuern werden von Schauspieler Jan Gregor Kremp, der aus der Fernsehserie "Der Alte" bekannt ist, erzählt.

Liturgischer Ausklang

Den Abschluss bildete die Eucharistiefeier in der Kapelle des St. Franziskus Hospitals in Köln, der Ort, an dem Jón Svensson vor 73 Jahren starb. Der Liturgie stand der Bischof von Island, David Tencer, vor. Konzelebranten waren Prälat Dr. Günter Assenmacher, Monsignore Georg Austen und Pfarrer i.R. Peter Danisch. Musikalisch wurde die Heilige Messe von Mitgliedern des Ensembles Rossi gestaltet, die durch isländische Lieder, die Welt des Nordens, die Welt von „Nonni und Manni“, nach Köln geholt haben.

Theresa Meier
(Bonifatiuswerk)

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