Paul Josef Nardini, Gründer der "Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie"
Paul Josef Nardini, Gründer der "Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie"
Reliquien des Priesters Paul Josef Nardini
Reliquien des Priesters Paul Josef Nardini

25.07.2021

"Armenvater" Paul Josef Nardini kam vor 200 Jahren zur Welt Speyerer Priester gründete Mallersdorfer Schwestern

Schon zu Lebzeiten galt Paul Josef Nardini als "Armenvater" - und bis heute wirkt sein Engagement fort. Vor allem in der Pfalz, aus der Nardini stammt. Vor 200 Jahre kam der Priester, Sozialreformer und Ordensgründer in Germersheim zur Welt.

Geboren wurde er am 25. Juli 1821, also vor 200 Jahren, in Germersheim als uneheliches Kind von Margaretha Lichtenberger. Mit zwei kam er zu Pflegeeltern, erhielt von ihnen den Namen Nardini. Er besuchte die Lateinschule in Germersheim und das Gymnasium in Speyer. Früh traf er die Entscheidung, Priester zu werden. Er ging ins Bischöfliche Konvikt, studierte Philosophie und Theologie, promovierte später in München.

Priester und Ordensgründer

1846 wurde Nardini im Speyerer Dom zum Priester geweiht. Er arbeitete danach als Kaplan in Frankenthal, als Präfekt des Bischöflichen Konvikts und anschließend als Seelsorger in Geinsheim und viele Jahre in Pirmasens. In der aufstrebenden westpfälzischen Industriestadt, die sich damals zu einem Zentrum der Schuhherstellung entwickelte, kümmerte sich Nardini ab 1851 darum, sozialem Elend entgegenzuwirken und zugleich dem religiösen Leben neuen Aufschwung zu geben.

1855 gründet der Priester die "Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie", die Mallersdorfer Schwestern, die sich bis heute um Kranke, Arme und sozial benachteiligte Kinder kümmern. Mit 40 Jahren starb Nardini an den Folgen einer Lungenentzündung. Begraben ist er in der Kapelle des Nardinihauses in Pirmasens.

Seligsprechung in Speyer

2006 wurde Nardini von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. Der Feier im Speyrer Kaiserdom damals stand der frühere dortige Bischof und spätere Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter vor. Gedenktag des in seinem Heimatbistum stark verehrten Seligen ist dessen Todestag, der 27. Januar.

Das Bistum hatte zunächst geplant, den Sozialreformer in den Mittelpunkt des pfälzischen Diözesan-Katholikentags am 19. September zu stellen. Pandemiebedingt wurde die Veranstaltung abgesagt. Stattdessen soll es nun an seinem Grab einen feierlichen Gottesdienst geben, den das Bistum per Livestream übertragen will.

Auch außerhalb offizieller Gedenktage spielt Nardini eine Rolle: Ein Preis würdigt das Engagement ehrenamtlicher Gruppen, die in ihrer Pfarrgemeinde oder zusammen mit kirchlich-karitativen Einrichtungen neue Wege gehen, um Menschen in Not zu helfen. Auch zwei der im Bistum neugebildeten Pfarreien sehen sich dem Andenken verpflichtet und haben sich nach dem Seligen benannt: die Gemeinde in seiner Geburtsstadt Germersheim und die in Pirmasens, seinem Sterbeort.

Michael Jacquemain
(KNA)

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