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Die Frühjahrsvollversammlung der DBK findet digital statt (hier Bischof Franz Jung)
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23.02.2021

Würzburgs Bischof ersetzt Hirtenbrief durch Dialog Instagram statt Kanzel

Zuhören statt predigen: Der Würzburger Bischof Franz Jung verzichtet auf den traditionellen Hirtenbrief zur Fastenzeit. Stattdessen sucht er den Dialog auf Instagram mit einfachen Menschen und Prominenz gleichermaßen.

"Hören Sie mich?" Bischof Franz Jung blickt in die Kamera. Es ist sein erster Live-Auftritt auf dem Instagram-Profil des Bistums Würzburg. Eigentlich geht es gar nicht darum, nur den Bischof zu hören. Denn er will vor allem zuhören, was seine Gäste zu sagen haben.

Unter dem Hashtag #ausgetauscht hatte Jung am Montagabend Heike Stumpf, Pflegedienstleiterin im Caritas-Pflegeheim Simonshof bei Bastheim in der Rhön, eingeladen. In der Fastenzeit will er so an acht Abenden mit den Menschen ins Gespräch kommen.

Bewusste Entscheidung

"Weg von der Einbahnkommunikation", so beschreibt Jung seine Intention bei dem Projekt, das er als Experiment verstanden wissen will. Bewusst habe er sich gegen den klassischen Hirtenbrief entschieden, wie ihn Bischöfe normalerweise in den Gemeinden verlesen lassen.

Wegen der Corona-Auflagen seien ohnehin weniger Menschen in den Gottesdiensten. Stattdessen veröffentlichte der Bischof Anregungen zur Fastenzeit, basierend auf dem Evangeliums-Text zu Aschermittwoch. Was heißt fasten, beten und Almosen geben vor dem Hintergrund der Corona-Zeit?

Im Gespräch mit der Pflegedienstleiterin wird das für Jung konkret: "Die sind letztes Jahr in die Fastenzeit gegangen und fasten bis heute", sagt Stumpf über die Menschen im Pflegeheim. Von Angehörigen in den Arm genommen werden, gedrückt werden, die Hand gehalten bekommen - "das fehlt ganz gewaltig". Und ganz persönlich verzichte sie auf Familienfeste, auf die Begegnung mit Kindern und Enkeln. "Das fällt jedem schwer."

Stumpf spricht auch darüber, wie sehr religiöse Feiern in Radio und Fernsehen an Bedeutung gewonnen hätten. Das gelte besonders für die Anfangszeit, als nicht einmal der zuständige Diakon die Einrichtung habe besuchen können. Später dann habe er im Innenhof Gitarre gespielt, Wortgottesdienste gefeiert. All das habe Bewohnern und Mitarbeitern geholfen. Letztere hätten auch versucht, fehlende Nähe durch Angehörige für die Bewohner zu ersetzen. Dafür mussten sie aber privat auf vieles verzichtet, um sich nicht zu infizieren und so das Virus in die Einrichtung zu tragen.

Guter Zuhörer

Jung hört über weite Strecken einfach nur zu, lässt zwischendurch seine Erfahrungen aus seinem regelmäßigen ehrenamtlichen Engagement bei der Bahnhofsmission in Würzburg einfließen. Schon während des ersten Lockdowns habe er selbst telefonisch Eindrücke von den Menschen vor Ort gesammelt, berichtet der Bischof: bei den Krankenhausseelsorgern, in der Ehe- und Familienberatung oder auch bei der Telefonseelsorge. Es sei schön gewesen, mit den Menschen direkt in Kontakt zu kommen, sagt er rückblickend. Die Erfahrung habe ihn motiviert, diesen Dialog weiter zu pflegen.

Schon nach der Ankündigung des neuen Instagram-Formats habe er "viele, viele positive Rückmeldungen" bekommen, auch über die Grenzen des Bistums hinaus, berichtet Jung. Dies zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei. Bleibt die Aktion eine einmalige Angelegenheit, oder wird sie jenseits der Fastenzeit fortgeführt? "Schauen wir mal", sagt der Bischof.

Zunächst einmal stehen noch weitere sieben Gespräche an, kommende Woche mit Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), die Woche danach mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, dem Würzburger Josef Schuster.

Die Gesprächsreihe solle eine Mischung aus Einzelpersönlichkeiten und Menschen aus dem Bistum bieten, erklärt Jung. Ebenfalls auf der Liste für #ausgetauscht stehen unter anderen eine Familie und eine Ministrantin. Es gehe nicht darum, Einzelpersönlichkeiten zu würdigen, betont der Bischof. Vielmehr wolle er von ihnen stellvertretend für viele die Erfahrungen in der Corona-Zeit hören.

Und auch Danke sagen, wie er im Gespräch mit Heike Stumpf am Ende betont: "Alles Gute, Daumen hoch!"

Christian Wölfel
(KNA)

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