St.-Paulus-Dom in Münster
St.-Paulus-Dom in Münster
Klaus Winterkamp
Klaus Winterkamp

18.01.2021

Künftig leitet Laie die Verwaltung des Bistums Münster Kompetenz ist Trumpf

Das zweitgrößte katholische Bistum in Deutschland strukturiert seine Leitung neu. Im Bistum Münster übernimmt die Verwaltungsaufgaben künftig ein Laie. Zum 1. Februar wird die Position eines Kanzlers oder einer Kanzlerin neu geschaffen.

Generalvikar Klaus Winterkamp werde sich in Zukunft schwerpunktmäßig auf pastoral-strategische Angelegenheiten konzentrieren, wie die Diözese am Montag mitteilte. Gut 1,5 Millionen Katholiken leben im nordrhein-westfälischen Teil der Diözese, für den laut Angaben die Bistumsverwaltung zuständig ist. Hinzu kommen etwa 265.000 Mitglieder im niedersächsischen Offizialatsbezirk Oldenburg.

Der Generalvikar, der bislang allein die Verwaltung des Bistums leitete, erklärte die Aufsplittung der wichtigsten Position nach dem Bischof mit bereits eingeleiteten Spar- und Umstrukturierungsprozessen. "Dafür braucht es auch in diesen Bereichen - also in wirtschaftlich-finanziellen, administrativen Bereichen - kompetente Personen", sagte er.

Signal für Machtverzicht

Winterkamp will den Schritt auch als Signal für Machtverzicht in der Kirche verstanden wissen. Er und Münsters Bischof Felix Genn seien bereit, auf Verantwortungsbereiche zu verzichten, "in denen wir nicht so kompetent sind, wie es ein Laie oder eine Laiin sein können".

Laut Angaben hat Genn ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, das am 1. Februar in Kraft tritt. Demnach übernimmt ein Kanzler oder eine Kanzlerin mit dem Titel Verwaltungsdirektor oder -direktorin die administrativen und wirtschaftlichen Aufgaben und ist Dienstvorgesetzte der rund 530 Mitarbeitenden im Generalvikariat.

Um pastoral-strategische Fragen kümmern

Winterkamp erklärte, dass er sich künftig vor allem um pastoral-strategische Fragen kümmern werde. Zudem blieben alle Angelegenheiten, die wegen ihres sakramentalen Bezugs einem Priester vorbehalten seien, in seinem Bereich. Durch die Einführung des neuen Amtes werde er sich stärker auf diese Aufgaben konzentrieren können.

Eine ähnliche Aufsplittung der Generalvikariat-Leitung gibt es bereits in den Erzbistümern München-Freising und Hamburg sowie im Bistum Eichstätt. Auf die katholischen Diözesen in Deutschland kommt ein Rückgang an Mitgliedern und an Kirchensteuereinnahmen zu. Zudem sinkt die Zahl der Priester. Viele Bistümer reagieren mit Einspar- und Umstrukturierungsprogrammen, die in den Generalvikariaten geplant werden.

(KNA)

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