Markierte Kirchenbänke in Zeiten von Corona
Markierte Kirchenbänke in Zeiten von Corona

08.12.2020

Trotz Lockdown weiterhin Gottesdienste im Bistum Dresden-Meißen "Die Kirchen bleiben offen"

Ab Montag gilt in Sachsen ein verschärfter Lockdown. Die katholischen Kirchen und Gottesdienste werden wohl aber weiter für die Gläubigen offen stehen, unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln - auch zu Weihnachten.

DOMRADIO.DE: Sachsen geht ab Montag in den härteren Lockdown. Was heißt das für die katholischen Gottesdienste, insbesondere zu Weihnachten?

Dr. Samuel-Kim Schwope (Krisenkoordinatior Bistum Dresden-Meißen): Als Diözese gehen wir davon aus, dass Weihnachten die Gottesdienste stattfinden können. Wir hoffen und planen damit, dass Regeln analog zu Bayern möglich sind, wo Gottesdienste vom Lockdown ausgenommen sind. Geradezu in diesen Tagen, wo ja auch der Gottesdienst und der Besuch in der Kirche für viele Menschen einen großen Stellenwert hat.

Mit letzter Gewissheit wissen wir das natürlich erst, wenn die Corona-Verordnung verabschiedet ist. Solange werden wir das aushalten müssen. Aber die Perspektive ist klar: Weihnachten findet statt, das sowieso, die Kirchen bleiben offen und wir hoffen sehr darauf, Gottesdienst feiern zu können.

DOMRADIO.DE: Wie sehen denn die Planungen für Weihnachten im Bistum konkret aus?

Schwope: Die Pfarreien im Bistum haben ja schon seit Sommer versucht, sich darauf vorzubereiten, dass verschiedene Angebote möglich sind unter Corona-Bedingungen. Ursprünglich war auch geplant, an große Orte im Freien zu gehen. Davon haben wir jetzt in den letzten Wochen abgesehen, weil wir merken, dass Großveranstaltungen in dieser Zeit und unter den Infektionsschutzmaßnahmen nicht ratsam sind.

Das heißt, die Pfarreien haben ganz viele Angebote mit offenen Kirchen, mit Gottesdiensten in Stationen, mit Krippenandachten, mit auch klassischen Formaten wie Christmette, Feier in der Christnacht. Also ein wirklich breites Spektrum, um große Massen und Aufläufe zu vermeiden und alles unter den Infektionsschutzmaßnahmen möglich zu machen, was möglich ist.

DOMRADIO.DE: Das öffentliche Leben soll möglichst runtergefahren werden, Geschäfte werden geschlossen, über die Schulpflicht wird diskutiert. Wie ist es dann da zu rechtfertigen, dass die Kirchen offen bleiben?

Schwope: Zum einen ist es natürlich begründet in der Religionsfreiheit und der freien Ausübung der Religion. Das ist ein Gut, das man jetzt nicht mit Einkaufen oder Theaterbesuch gleichsetzen kann. Da sehe ich schon eine Sonderstellung von Religion im gesellschaftlichen Leben. Und dann muss man natürlich sagen: Wir zwingen niemanden in die Kirche zu Weihnachten. Es ist ein Angebot. Wir wollen diesmal etwas anders reagieren als zu Ostern, als alle noch ganz unsicher waren im Umgang mit der Pandemie.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten ausprobieren können, wie Gottesdienste auch unter Wahrung des Infektionsschutzes funktionieren und werden dann mit großer Sensibilität herangehen, dass unsere Gottesdienste keine Optionen bieten, dass sich Menschen mit diesem Virus infizieren. Das ist unser Plan.

DOMRADIO.DE: Und im Endeffekt ist es dann jedem selbst überlassen, zu entscheiden, ob er in die Kirche geht.

Schwope: Wir haben in der Diözese lange beraten über die Sonntagspflicht. Wir haben drüber diskutiert und debattiert und haben ganz klar gesagt: Wir legen das in die Verantwortung der Einzelnen. Wir wollen Weihnachten ein Angebot schaffen, sodass die Kirchen nicht zu sind, sondern dass Menschen an diesem sensiblen Punkt auch etwas von der Botschaft vor Ort erfahren können.

Zugleich haben wir gesagt: Es liegt in der Verantwortung eines jeden selbst, ob er es Weihnachten sich zumuten kann, in die Kirche zu kommen. Es ist immer ein Restrisiko, das ist klar. Jeder Kontakt, jede Begegnung, jeder Ort, den ich aufsuche, birgt ein gewisses Risiko. Und da gehen wir fest davon aus, dass unsere Gläubigen mündige Menschen sind, die das gut entscheiden können und auch abwägen können.

Selbstverständlich gibt es Situationen, wo man sagt: Dieses Jahr ist es wahrscheinlich nicht ratsam, in die Kirche zu gehen. Aber diese Entscheidungen werden wir als Bistum natürlich nicht abnehmen können, sondern die liegt in der Abwägung eines jeden Einzelnen. Aber was wir ein Stück nehmen können, ist ein schlechtes Gewissen oder eine Pflicht, in die Kirche zu gehen. Weihnachten ist die Botschaft der Nähe Gottes, eine Botschaft der Liebe und der Aufmerksamkeit für den Menschen.

DOMRADIO.DE: Konkret nachgefragt: Das heißt, die Sonntagspflicht im Bistum Dresden-Meißen ist und bleibt ausgesetzt?

Schwope: Ja, im Bistum Dresden-Meißen ist sie seit Beginn der Pandemie ausgesetzt.

Das Gespräch führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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