Digitales Archiv des Münchner Erzbistums mit neuen Angeboten

In historischen Dokumenten stöbern

Das Digitale Archiv der Erzbistums München und Freising hat sein Angebot ausgebaut. Ab sofort stehen rund 680.000 weitere Seiten an digitalisierten Unterlagen zu Pfarreien zur Online-Nutzung zur Verfügung. Das Angebot ist kostenlos abrufbar.

Symbolbild Digitales Archiv / © Chinnapong (shutterstock)
Symbolbild Digitales Archiv / © Chinnapong ( shutterstock )

Dazu gehört auch das älteste Zeugnis über den in Fürstenfeldbruck bis heute gepflegten Brauch des Luzienhäuserl-Schwimmens, wie die Erzdiözese mitteilte. Ebenso seien die Findbücher, also Aktenverzeichnisse zu Materialien über Ellen Ammann (1870-1932) mit rund 200 Verzeichnungseinheiten sowie zu den Akten der Erzbischöflichen Finanzkammer mit rund 4.600 Einheiten, jetzt per Internet recherchierbar.

Die gebürtige Schwedin Ammann war eine der ersten Frauen im bayerischen Landtag und hatte eine zentrale Rolle bei der Vereitelung des Hitler-Putsches 1923 in München. Sie zählt zu den Wegbereiterinnen moderner Sozialarbeit. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), In Via, die Katholische Stiftungsfachhochschule, die Katholische Bahnhofsmission und das Säkularinstitut Ancillae Sanctae Ecclesiae (lateinisch: Dienerinnen der heiligen Kirche) wurden von ihr initiiert. Ammans Ansehen spiegelt sich in der Fülle von Kondolenzschreiben hochgestellter Persönlichkeiten wider, die an den Witwer gingen und im Besitz des Archivs sind.

5,9 Millionen digitalisierte Seiten von historischen Dokumenten

Die umfangreichen Unterlagen der Finanzverwaltung sind laut Mitteilung unter anderem deshalb wertvoll, weil sie Informationen zu Angelegenheiten bieten, zu denen die Hauptakten des Ordinariats aufgrund von Kriegszerstörungen 1944 verloren sind. Dokumentiert seien etwa Neuerrichtungen von Pfarreien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gut nachzuvollziehen sei auch der Aufbau eines diözesanen Kirchensteueramtes 1941, nachdem das NS-Regime den Einzug der Steuer durch die staatlichen Finanzämter beendet hatte.

Die "Pfarrakten" wiederum sind nun auch für die Pfarreien mit den Anfangsbuchstaben B bis G online nutzbar, wie es heißt. Ein Bericht des zuständigen Dekans von 1706 ist die älteste schriftliche Erwähnung des Fürstenfeldbrucker Brauchs, am Fest der Heiligen Luzia (13. Dezember) kleine Häuschen mit einem darin brennenden Licht auf der Amper schwimmen zu lassen.

Das Digitale Archiv des Erzbistums ging am 15. Juli 2019 online. Das Angebot umfasst aktuell rund 5,9 Millionen digitalisierte Seiten von historischen Dokumenten. Es ist kostenlos unter www.erzbistum-muenchen.de/archiv-und-bibliothek nutzbar.


Quelle:
KNA