Gottesdienstbesucherin mit Mundschutz und Rosenkranz
Gottesdienstbesucherin mit Mundschutz und Rosenkranz

15.10.2020

Verschärfungen der Corona-Regeln durch Bund und Länder Kirche und Rabbiner: Noch keine Änderungen

Die Verschärfungen der Corona-Regeln durch Bund und Länder haben nach Einschätzung von katholischer Kirche und der Allgemeinen Rabbinerkonferenz bisher keine Auswirkungen. Wenn weitergehende Maßnahmen nötig werden, will man entsprechend reagieren.

Der Vertreter der katholischen Bischöfe in Berlin, Karl Jüsten, sagte am Donnerstag auf Anfrage, die neuen Vorschriften gingen nicht über das hinaus, was bereits mit dem Bundesinnenministerium vereinbart worden sei. Sollte es weitergehende Maßnahmen geben, werde die Kirche entsprechend reagieren.

Vorgehen in den Bundesländern

Der Leiter des Katholischen Büros in NRW, Antonius Hamers, verwies im DOMRADIO.DE-Interview darauf, dass mit dem Anwachsen der Infektionszahlen von der Staatskanzlei der Vorschlag komme, die in Selbstverpflichtung auferlegten Regeln weiterzuentwickeln. "Darauf gehen wir selbstverständlich gerne ein", so Hamers, damit Menschen sicher Gottesdienste feiern könnten.

Gerade mit dem Blick auf den Advent und Weihnachten setzen die Bistümer laut Hamers alles daran, dass Gottesdienste mit Öffentlichkeit gefeiert werden können. Die Regeln müssten eine würdige und schöne Liturgie ermöglichen, aber ohne dass die Menschen um ihre Gesundheit fürchten müssten. Auf Landesebene würden für die Gottesdienste einheitliche Regeln abgesprochen.

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg erließ eine neue Verordnung für Gottesdienste und Beerdigungen. Sie gilt erst, wenn landesweit die Pandemiestufe 3 festgestellt wird. Für Gottesdienste und Beerdigungen im Freien gilt dann eine Obergrenze von 500 Teilnehmern. Bei allen Veranstaltungen müssen die Daten der Anwesenden erfasst werden. Das ist neu. Allen Veranstaltern wird empfohlen, für die Teilnahme eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzes vorzusehen. Neu ist auch, dass für Bestattungen vorab ein Hygiene-Konzept erstellt werden muss. Vieles davon haben Bistümer und Landeskirchen schon heute umgesetzt.

Die katholische Kirche in Hessen teilte mit, dass zwar zum Ende des Monats etliche Regelungen ausliefen, man aber davon ausgehe, dass viele Vorgaben verlängert würden. In Rheinland-Pfalz gab es bisher auch keine aktuellen Anpassungen, die die Kirchen betreffen.

Rabbiner: Aktuell kein Änderungsbedarf für Gottesdienste​

Der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK), Andreas Nachama, sagte, Synagogenbesucher hielten sich "sehr selbstverständlich" an das geltende Hygienekonzept. "Jeder sitzt an einem ihm zugewiesenen nummerierten Platz, Personen aus einem Haushalt zusammen." Zwischen allen Besuchern der Synagoge gebe es einen Sicherheitsabstand von etwa zwei Metern. Während des gesamten Gottesdienstes sei der Mund-Nasen-Schutz obligatorisch.

Zugleich sagte der Rabbiner der Synagogengemeinde Berlin Sukkat Schalom: "Aber wenn neue verschärfte Anweisungen kommen, werden wir uns damit auseinandersetzen."

Schärfere Regelungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten sich am Mittwochabend auf schärfere Regeln bei den Kontakten geeinigt. So soll eine Maskenpflicht überall dort gelten, wo Menschen im öffentlichen Raum dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Alle Bürger sollen grundsätzlich genau abwägen, ob eine private Feier notwendig und vertretbar ist.

In Regionen mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelten neue Teilnehmergrenzen: 25 Menschen im öffentlichen und 15 im privaten Raum. Einige Bundesländer wollen die Beschränkungen für den privaten Raum nur als Empfehlung formulieren. Sachsen will seine Regeln nicht ändern. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelten in den betroffenen Regionen weiterhin strengere Regeln.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appellierte an die Eigenverantwortung. "Wir sind dem Virus nicht hilflos ausgeliefert", sagte er im Deutschlandfunk. Er erinnerte an die "AHA-Regeln" zu Abstand, Hygiene und Alltagsmasken. Vom derzeitigen Verhalten hänge es auch ab, "ob wir Weihnachten in gewohnter Art und Weise feiern können oder ob wir eine Situation wie Ostern haben". Das wolle er gerne vermeiden.

Leticia Witte und Rainer Nolte
(KNA)

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