"Corona-Box" in Münster
"Corona-Box" in Münster
"Corona-Box" wird angeliefert
"Corona-Box" wird angeliefert

05.08.2020

Gemeinde lädt in einer "Corona-Box" zum Austausch ein "Spiegel der Erfahrungen mit Corona"

Sie ähnelt einer Telefonzelle, die "Corona-Box". Drinnen wird auch gesprochen - über die persönlichen Erfahrungen während der Pandemie.

Sie ähnelt von außen einer Telefonzelle und von innen einem Badezimmer. Manche haben das Konstrukt gezielt aufgesucht, nachdem sie davon gehört oder gelesen haben. Andere stießen durch Zufall auf dem Weg zum Einkauf oder zu einer Sehenswürdigkeit in Münster auf die "Corona-Box". Über mehrere Wochen konnten Einheimische wie Touristen vor der Stadt- und Pfarrkirche Sankt Lamberti am Prinzipalmarkt ihre persönlichen Erfahrungen in der Corona-Zeit loswerden. Inzwischen steht der ein Meter breite und zwei Meter hohe begehbare Kasten am örtlichen Gymnasium Sankt Mauritz, wo sich noch bis Monatsende die dortigen Schüler an dem Erzähl-Projekt beteiligen können.

Von der Idee zur Umsetzung

"Wir wollen den Menschen eine Gelegenheit bieten, die Corona-Zeit zu reflektieren und ein Zwischenresümee zu ziehen", erläutert Pastoralreferentin Ursel Schwanekamp. Die Idee zu der "Corona-Box" hatte der Pfarrer von Sankt Lamberti, Hans-Bernd Köppen, der ein ähnliches Projekt zum Thema "Wiedervereinigung" in Dresden erlebt hatte. Die beiden pastoralen Mitarbeiter Andrea Bailoni und Stephan Orth haben dann die Box zusammen mit dem Pastoralteam und den beiden Kunst-Studentinnen Amelie Hirsch und Marie Schubert entworfen und umgesetzt.

60 Sekunden für Statement zur Corona-Zeit

Das offene Gebilde aus Holz und Plexiglas enthält in seinem Innern einen spiegel-ähnlichen Monitor über einem Waschbecken-Ersatz.
Mithilfe einer Videokamera spiegelt sich der Nutzer im Bildschirm und kann innerhalb von 60 Sekunden drei Fragen beantworten: Was ist Dir in der Corona-Zeit besonders schwer gefallen? Wie erlebst Du diese Zeit aktuell? Welche Erfahrung aus dieser Zeit bleibt für Dich besonders wertvoll? Sofern der Nutzer sein Einverständnis erklärt, kann die Pfarrei die Videos auf ihrer Internetseite und ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichen.

Wenig Berührungsängste 

Das verantwortliche Team berichtet von ausgesprochen positiven Erfahrungen. "Erstaunlich viele trauen sich, ein solches Video von sich selbst aufzunehmen", freut sich Schwanekamp. "Besonders bei Kindern und Jugendlichen kommen die Ästhetik und Technik der Box sehr gut an. Sie haben wenig Berührungsängste."

Oft ergebe sich auch die Möglichkeit zu seelsorglichen Gesprächen. So habe sie an einem Samstag innerhalb von zwei Stunden mit fünf Leuten gesprochen, berichtet Schwanekamp. "Die Videos sind ein Spiegel der Erfahrungen mit Corona und ermöglichen es, über diese Erlebnisse zu reden und sie mit anderen zu teilen, statt sie mit sich herumtragen zu müssen."

Mehr Zeit für die eigene Familie

Grundtenor bei den Antworten ist, dass es den meisten besonders schwer gefallen sei, Freunde und Verwandte nicht treffen zu können.
"Auf der anderen Seite hatten viele auch mehr Zeit für die eigene Familie und das Erlebnis der Natur und haben die Entschleunigung zu schätzen gewusst", fügt Bailoni hinzu. Bedauert werde dagegen, dass über Corona die unbeschwerte Lockerheit des Alltags verloren gegangen sei. Manche äußerten auch Existenzsorgen. Die aktuelle Stimmung habe ein junger Handwerker auf den Punkt gebracht, als er gesagt habe, der Verzicht auf viele Dinge sei gar nicht so schlimm und jetzt müsse man durchhalten. Schwanekamp: "Viel hängt davon ab, wie lange es jetzt noch dauert."

Aus der Corona-Zeit lernen

Klar erkennbar ist für das Team die Tendenz, dass viele aus der Corona-Situation lernen wollen und eine oft unausgesprochene Hoffnung auf mehr Respekt vor Mensch, Tier und Natur hegen. Zugleich wünschen sie sich aber auch Sicherheit und eine Rückkehr zur Normalität. Viele Nutzer zeigen sich außerdem erfreut darüber, dass die Pfarrei mit dieser Aktion offen auf Menschen zugeht. "Das kann ein Beziehungsauffrischer im Verhältnis zur Kirche sein", urteilt Orth.
Aus bisher etwa 50 Statements hat das Team bereits mehrere Videos zusammengeschnitten. Am Ende sollen es zehn Beiträge werden.

Gerd Felder
(KNA)

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