Die Struktur ändert sich: Pastoralreferent ersetzt leitenden Pfarrer
Die Struktur ändert sich: Pastoralreferent ersetzt leitenden Pfarrer
Albe für Gemeinde- oder Pastoralreferenten auf einer Schneiderbüste
Albe für Gemeinde- oder Pastoralreferenten auf einer Schneiderbüste

13.07.2020

Pastoralreferent im Bistum Münster ersetzt leitenden Pfarrer Hier ändert sich das Bild von Kirche

Wo kein leitender Pfarrer nachrücken kann, muss jetzt ein Laie die Pfarrei leiten: Werner Heckmann ist Pastoralreferent im münsterländischen Saerbeck. Und wenn er bald im Ruhestand ist, wird eine Frau die Fäden in die Hand nehmen. 

DOMRADIO.DE: Wie fühlt sich das an für Sie, einer Gemeinde vorzustehen?

Werner Heckmann (Pastoralreferent der katholischen Kirchengemeinde Sankt Georg, Saerbeck): Ich freue mich über die Herausforderung und das ist auch ein schönes Gefühl. Aber die Herausforderung ist nicht ganz so groß, weil ich ganz viele Jahre schon hier bin, mit dem Dorf, mit ganz vielen Menschen sehr vertraut bin.

Mit dem vorherigen leitenden Pfarrer habe ich ganz viele Jahre kooperativ gut zusammengearbeitet und insofern natürlich auch bislang schon hohen Anteil an der Gemeindeleitung gehabt.

DOMRADIO.DE: Und dennoch ist die Rolle neu. Ihr Personalchef hat gesagt, das Festhalten an alten Strukturen werde in der veränderten Situation einfach nicht mehr möglich sein. Was würden Sie denn sagen, heißt das, dass da vielleicht auch noch viel mehr auf die Mitglieder von Gemeinden zukommt. Sind Sie der Anfang?

Heckmann: Ja, das glaube ich ganz sicher, dass das erst der Anfang von neuen Wegen ist, die wir gehen, von Bildern von Kirche, die sich ändern werden. Das ist im normalen Leben oft so. Und in der Kirche bedauerlicherweise manchmal auch; die Dinge ändern sich, wenn die Not groß ist.

DOMRADIO.DE: Wie reagieren denn Gemeindemitglieder bei Ihnen darauf?

Heckmann: Ein Stück verunsichert und das kann ich verstehen. Es gibt ja noch, weil das kirchenrechtlich notwendig ist, einen Pfarrverwalter, der aber nicht der Pastor ist, der nicht nach Saerbeck zieht, der nicht im Pfarrhaus wohnt, sondern aus der Nachbargemeinde stammt und die letzte Verantwortung trägt. Auch dieses Konzept kann man bedauern, es sind alles Notlösungen.

Eine Frage haben die Menschen aus der Gemeinde, das hab ich in den Gremien gemerkt: Wie funktioniert das denn dann jetzt? Es ist ein Gefühl von "Wir bekommen kein Pastor mehr". Und da ändern sich Kirchenbilder. Ich glaube, das richtet sich in keiner Weise gegen mich und gegen meine Berufsgruppe, aber das ist auch ein Verlustgefühl. Aber ganz viele sagen mir auch: Wir freuen uns, dass du das machst.

DOMRADIO.DE: Kann das denn vielleicht auch eine Chance sein, wenn man es positiv denkt? Wenn wir ja zum Beispiel auch so viel über das Thema Machtstrukturen in der Kirche sprechen, die werden aufgeweicht?

Heckmann: Naja, es kommen andere Menschen in diese Position, in dem Fall Laien, aber ich glaube schon, dass das Kirchenbilder ändert, und für mich ist es sowieso nur ein Übergang. Im Frühjahr nächsten Jahres gehe ich in den Ruhestand, und meine Nachfolgerin ist eine Frau. Das verändert vielleicht noch mal was.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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