Kolpingwerk: Eltern in gesetzlicher Rente besser stellen

Wenn Kinder anderer Leute einmal Rente finanzieren

Menschen mit Kindern sollen nach Ansicht des Kolping-Diözesanverbands Osnabrück weitere Vorzüge in der gesetzlichen Rente erhalten. Sie sehen einen Verstoß gegen die Leistungsgerechtigkeit, wenn Kinderlose darauf vertrauen, im Alter von anderen finanziert zu werden.

Kolping / © Harald Oppitz (KNA)
Kolping / © Harald Oppitz ( KNA )

Im heutigen Rentenversicherungssystem werde primär die Bereitschaft Beiträge zu erbringen, hoch gewichtet, während die Bedeutung einer nachwachsenden Generation nur eine untergeordnete Rolle spiele, heißt es in einem am Montag in Osnabrück vorgestellten Positionspapier des katholischen Sozialverbands.

"Wer keine Kinder erzieht, vertraut darauf, dass Kinder anderer Leute einmal seine Rente finanzieren", schreiben die Unterzeichner. Das stelle einen eklatanten Verstoß gegen die Leistungsgerechtigkeit dar.

Risiko der Altersarmut verringern

Das Papier schlägt unter anderem höhere Rentenanrechnungszeiten für Kinder und zugleich höhere Beiträge für Kinderlose vor. So werde insbesondere bei finanzschwachen Familien oder alleinerziehenden Eltern das Risiko der Altersarmut verringert, heißt es.

Darüber hinaus spricht sich das Dokument für ein "Erreichen der Lebensarbeitszeit" als zusätzliche alternative Grenze zum Renteneintrittsalter aus. So würden Arbeitnehmer, die mit 16 Jahren ins Erwerbsleben eingestiegen sind und durchgängig in das Sozialversicherungssystem eingezahlt haben, nicht um ihren Einsatz gebracht. Zugleich betont das Papier jedoch, dass man ohne eine dynamische Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht auskommen werde.

Vor dem Hintergrund, dass sich die durchschnittliche Lebenszeit der Menschen alle zehn Jahre um zwei Jahre verlängere, erscheine dieser Kompromiss als fair: "Wer würde nicht gern für zwei Jahre länger leben in Kauf nehmen, ein Jahr länger arbeiten zu müssen?", fragen die Unterzeichner.

Frage nach der Zukunft

Nach Angaben des Diözesanverbands des Kolpingwerks Osnabrück hat sich eine Arbeitsgruppe in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit der Frage eines zukunftsfähigen Rentensystems in Deutschland beschäftigt.

Sie sei von dem Sozialethiker Joachim Wiemeyer unterstützt worden und habe im März das nun vorgestellte Positionspapier erarbeitet.

Unterzeichner sind Diözesanvorsitzender Norbert Frische, Handlungsfeldleiter Markus Kleinkauertz und Landessekretär Markus Silies.


Quelle:
KNA
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