Marienmosaik vom Erfurter Dom durch Schimmelbefall stark gefährdet
Marienmosaik vom Erfurter Dom durch Schimmelbefall stark gefährdet
Alle eingelagerten Fragmente des Marienmosaiks seien von Schimmel befallen
Alle eingelagerten Fragmente des Marienmosaiks seien von Schimmel befallen
Diözesanadministrator Reinhard Hauke
Weihbischof Reinhard Hauke, Bistum Erfurt

26.09.2016

Comeback des monumentalen Marienmosaiks im Erfurter Dom Ein Wahrzeichen kehrt zurück

Das vor knapp 50 Jahren eingelagerte monumentale Marienmosaik soll wieder im Erfurter Dom gezeigt werden. Spenden sollen das Vorhaben finanzieren, so Dompropst Hauke. Bis es soweit ist, wird es jedoch noch dauern.

"Da die dringend notwendige Restaurierung des von Schimmel befallenen Glas-Keramik-Mosaiks sehr kostspielig ist, wäre es zu schade, das Ganze danach wieder in Kisten zu verpacken." Das kündigte der Dompropst, Weihbischof Reinhard Hauke, am Montag in Erfurt an. Als Kosten veranschlagt das Domkapitel rund 150.000 Euro, die über Spenden zusammengetragen werden sollen. Als neuer Aufstellungsort ist das Innere des Langhausdachstuhls im Dom vorgesehen. Hauke geht davon aus, dass das Mosaik in zwei Jahren wieder hänge.

Bis 1968 war das 44 Quadratmeter große Mosaik der Madonna mit Jesuskind am Westgiebel des Erfurter Doms angebracht. Unlängst hatte die Restauratorin Janka Acht bei einer wissenschaftlichen Untersuchung festgestellt, dass die eingelagerten Fragmente massiv von Feuchtigkeit und Schimmelpilzen angegriffen sind. Das Domkapitel folgt nun ihrer Empfehlung, den Erhalt des Kunstwerks aus dem Jahr 1870 nicht nur zu sichern, sondern es auch wieder museal zu präsentieren.

Ablauf der Restauration noch unklar

Dombaumeister Andreas Gold betonte, dass noch unklar sei, wie genau restauratorisch vorgegangen werde. Geplant sei die Beseitigung des Schimmels und ein Sicherung des derzeitigen Zustands mit geringen optischen Ausbesserungen an einigen Stellen. Gold führte aus, dass die Westseite des Domdachstuhls die Möglichkeit biete, das Mosaik aufzustellen und im Abstand von zwölf Metern zu betrachten, was der ursprünglichen Fernwirkung entspreche. Mithilfe von Beleuchtung ließe sich zudem der frühere Eindruck der Sonnenbestrahlung simulieren.

Der Dom erhielt das Mosaik, als das Dach im Zuge einer Sanierung einen neugotischen Giebel erhielt. Nach einem Entwurf von August Theodor Kaselowsky wurde das Monumentalwerk in der venezianischen Werkstatt Antonio Salviati gefertigt. Bei einer erneuten Sanierung 1968 wurde der Giebel jedoch mit einem Walmdach ersetzt, da durch die alte Dachkonstruktion Regenwasser eindrang. In Ermangelung eines anderen Platzes wurde das Mosaik daraufhin eingelagert.

(KNA)

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