Kloster Michaelsberg von der Parkseite aus betrachtet
Kloster Michaelsberg von der Parkseite aus betrachtet

21.09.2019

Halbzeit auf Bambergs größter Baustelle: Kloster Michelsberg Bergfest am Wochenende

Zehn Jahre schon wird das Kloster auf dem Bamberger Michaelsberg saniert. Noch einmal so lange soll es dauern. Zur Halbzeit des 80-Millionen-Projekts gibt es am Wochenende erstmal ein Fest.

So einzigartig die Klosterlandschaft auf dem Michaelsberg mit ihrer über tausendjährigen Geschichte, Architektur und ihren Gartenanlagen ist, so beispiellos zeigt sich das für Bamberg derzeit größte Projekt. 80 Millionen Euro kosten die notwendigen Sanierungsarbeiten an der zwölf Fußballfelder großen Anlage, die zum Kernbestand des Unesco-Weltkulturerbes Bamberg zählt. Nun ist auf dieser gigantischen Baustelle nach zehn Jahren Halbzeit, 2029 soll der letzte Handwerker abziehen können.

Für mindestens sechs Jahre gesperrt

Die Bürgerspitalstiftung als Eigentümerin des Gebäudekomplexes hat deshalb am kommenden Wochenende zum Bergfest geladen. "Es ist unser Anspruch, die nächsten tausend Jahre nicht mehr sanieren zu müssen", blickt Bertram Felix weit voraus. Der Finanz- und Stiftungsreferent der Stadt Bamberg ist sich sicher, dass außer der üblichen Instandhaltung keine größeren Eingriffe mehr nötig sein werden. Die derzeitigen Arbeiten am Gesamtensemble verliefen derart "professionell und hoch qualifiziert", dass der weitere Superlativ "deutschlandweit einmalig" auf dieses Mammutprojekt zutreffe - "ach was: weltweit sogar".

Als Beispiel führt der Referent einen innovativen hydraulischen Anker an, der erstmals in einem Bauvorhaben für die statische Instandsetzung verwendet worden sei. "Damit können sich die Kirchtürme und die Westfassade ohne Spannungsrisse bewegen." Dennoch bleibt die das Stadtbild prägende ehemalige Abteikirche noch für mindestens sechs Jahre gesperrt. Nachdem faustgroße Putzstücke aus einem der Fensterscheitel des Langhauses gefallen waren, musste das Gotteshaus im November 2012 geschlossen werden.

Nicht mehr einsturzgefährdet

"Sankt Michael ist nicht mehr einsturzgefährdet", hat Felix als gute Nachricht zu verkünden. Er berichtet von "dreieinhalb Kilometern Rissen im Mauerwerk", die geschlossen wurden. Nun stehe die Restaurierung der Innenraumschale an, außerdem müssten Ausstattung und Orgel ertüchtigt werden. Die akribischen Voruntersuchungen hätten "deutlich größere, teils irreversible Schäden an den Gemälden" ergeben. Auch müsse der wertvolle "Himmelsgarten" mit den vielen Pflanzen am Deckengewölbe gesichert werden.

Fleißige Hände haben indes schon eine lange Liste abgearbeitet: Mauerabschnitte und Fassaden wurden saniert. Der Wirtschaftsflügel beherbergt nun moderne Räume für die Stadtverwaltung, das "Informationszentrum am Michaelsberg" und der "Bamberger Stiftsladen" locken nicht nur Touristen. Auch der Delphinbrunnen erstrahlt wieder in neuem Glanz.

Sorgen bereitet weiterhin das "desaströse Entwässerungssystem", in das noch viele Millionen investiert werden müssen, wie Felix sagt. Freuen könnten sich die Bamberger, dass die Terrasse an der Orangerie wieder zugänglich werde. Und dass die Finanzierung des Gesamtprojektes aus Bundesprogrammen, Stiftungsgeldern sowie städtischen Mitteln gesichert sei. Auch habe es noch keinen nennenswerten Unfall auf der Baustelle gegeben. Ganz allgemein und ohne Vorbehalt bescheinigt Felix den Baufirmen aus der Region, aus Oberbayern und Thüringen "hervorragende Arbeit".

Grab des heiligen Bischofs Otto

Der erste Bamberger Bischof Eberhard hatte 1015 mit Unterstützung Kaiser Heinrichs II. das Benediktinerkloster Sankt Michael gegründet. Fast 800 Jahre lang, bis zur Säkularisation 1803, prägten das Kloster und die Kultur der Mönche das Gesicht des Michaelsberges. Zugleich kultivierten die Ordensleute mit ihren über 4.000 Besitzungen unter anderem Früchte, die noch heute in der Gärtnerstadt oder am 2011 wiederbelebten Weinberg angebaut werden.

Die Klosterkirche birgt das Grab des heiligen Bischofs Otto von Bamberg, durch die Jahrhunderte hinweg ein Ziel zahlloser Pilger. "Das Otto-Grab wird im Informationszentrum nachgebaut, damit es für die Besucher erlebbar bleibt", tröstet Felix über einen Aspekt der Kirchenschließung hinweg.

Marion Krüger-Hundrup
(KNA)

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