Sankt Leonhard Frankfurt
Sankt Leonhard Frankfurt

18.08.2019

Sankt Leonhard pünktlich zum 800. Geburtstag saniert Älteste Innenstadtkirche Frankfurts wird wiedereröffnet

Am Sonntag wird die 800 Jahre alte Leonhardskirche in Frankfurt am Main mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet - nach achtjähriger Sanierung. Sie gilt als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Stadt.

Sie ist die älteste katholische Kirche in der Frankfurter Innenstadt und gilt manchen auch als die schönste der Mainmetropole: Nun öffnet die Kirche Sankt Leonhard wieder ihre Pforten - pünktlich zu ihrem 800-jährigen Bestehen und nach acht Jahren Innenrenovierung. An diesem Sonntag wird der Limburger Bischof Georg Bätzing um 15 Uhr ein Pontifikalamt in der Kirche feiern und den neuen Altar weihen.

Bedeutendstes Kulturdenkmal Frankfurts

Die Leonhardskirche wurde im Jahr 1219 als spätromanische Basilika errichtet und später gotisch umgebaut. Über die Jahrhunderte gab es mehrere Renovierungen und Erweiterungen. Die romanischen Portale sind aber bis heute erhalten geblieben. Die am Main gelegene Kirche, die von mehreren Hochhäusern umrahmt ist, gilt als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Frankfurts.

Vor 800 Jahren - am 15. August 1219, dem Fest Mariä Himmelfahrt - hatte Kaiser Friedrich II. den Frankfurter Bürgern den Baugrund für eine Kapelle am nördlichen Mainufer geschenkt. Die Schenkungsurkunde ist für die Stadtgeschichte sehr wichtig, denn hier wird zum ersten Mal die Bürgerschaft Frankfurts - "universorum civium de Frankinfort" - genannt.

Die Kirche war zunächst der Jungfrau Maria und dem heiligen Georg geweiht. Der Name Leonhardskirche setzte sich aber durch, nachdem 1323 die Frankfurter Bürgerschaft eine Reliquie des heiligen Einsiedlers Leonhard erworben hatte. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Leonhardskirche - im Gegensatz zu den meisten anderen Kirchen der Frankfurter Innenstadt - mit nur geringfügigen Schäden.

Kosten von 11,5 Millionen Euro

Die jüngste Restaurierung der mittelalterlichen Kirche hat die Stadt Frankfurt als Eigentümerin rund 11,5 Millionen Euro gekostet, wie die katholische Stadtkirche Frankfurt mitteilte. Dafür wurden unter anderem ein neuer Sandsteinfußboden und Holzböden verlegt. Noch in den letzten Tagen vor der Wiedereröffnung waren Arbeiter im Innenraum des Gotteshauses mit den Böden befasst, während die Altäre mit Folie überzogen und somit geschützt waren. Sämtliche Altäre und Ausstattungsgegenstände waren zuvor ausgebaut und restauriert, die mittelalterlichen Glasfenster im Chor erneuert und wertvolle Grabplatten aufgefrischt worden.

In der Kirche wurde zudem "die Farbfassung des frühen 16. Jahrhunderts in einem hellen 'Englischrot' wiederhergestellt", wie es hieß. Eingebaut wurden eine Fußbodenheizung, eine Belüftungsanlage und neue Leuchten. Feuchtigkeit, Pilzbefall, Staunässe vom nahen Main und brüchige Fundamente hätten immer wieder zu Pausen und neuen Planungen gezwungen.

Abgesenkter Boden: Neue Raumwirkung

Zeitweilig war den Angaben zufolge in der achtjährigen Schließungsphase der Fußboden fast drei Meter tief ausgehoben worden, um den Vorgängerbau archäologisch untersuchen zu können. Nun sei der Boden auf das Niveau des 16. Jahrhunderts abgesenkt - das heißt, 90 Zentimeter tiefer als vor der Renovierung. Das verschaffe dem Inneren der Kirche eine "ganz neue Raumwirkung".

Anlässlich des Jubiläums der zur Dompfarrei gehörenden Leonhardskirche zeigt das Dommuseum Frankfurt die Ausstellung "Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard". Die Schau ist von diesem Freitag bis 19. Januar 2020 zu sehen. Erstmals werden mehrere Dutzend Grabungsfunde präsentiert, von denen die meisten im Boden der Kirche verschüttet waren. Anders als die an der Oberfläche verbliebenen Werke hätten "die wiedergefundenen Fragmente ihr mittelalterliches Aussehen, namentlich ihre Farbfassung, bewahrt", hieß es. Das gelte insbesondere für einen "in leuchtenden Farben bemalten Heilig-Grab-Altar" mit einer liegenden Christusfigur.

Nach dem 18. August bleibt die Leonhardskirche nochmals für drei Wochen geschlossen. Ab September sollen dann aber wieder regelmäßig Gottesdienste in der 800 Jahre alten Kirche gefeiert werden.

Norbert Demuth
(KNA)

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