Schatten eines Kreuzes
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Frankfurts Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz
Frankfurts Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz

05.08.2019

Stadtdekan zu Eltz über Machtmissbrauch in der Kirche "Wir sind nicht weitsichtig und nicht mutig genug"

Frankfurts katholischer Stadtdekan Johannes zu Eltz wendet sich dagegen, bei Missbrauchsfällen in der Kirche menschliches Fehlverhalten kleinzureden. "Wir müssen die Fehler bei uns suchen – nicht im Bösen, das von außen kommt."

Das sagte zu Eltz der "Frankfurter Neuen Presse" (Montag). Er reagierte damit auf Äußerungen von Papst Franziskus, der davon gesprochen hatte, dass ein Geistlicher, der sich an Kindern vergeht, ein "Werkzeug Satans" sei.

Zu Eltz betonte: "Als Vormacht für die Bekämpfung des Bösen war die Kirche ja immer davon überzeugt, dass sie im Kern heilig ist und nicht korrumpiert werden kann. Ich fürchte, so stimmt das nicht. Wir müssen lernen, dass Machtmissbrauch der katholischen Kirche in die Keimbahn geschrieben ist." Der Stadtdekan betonte: "Das Böse kommt nicht nur von außen. Es ist immer auch drinnen."

"Echte Gewaltenteilung"

Zugleich forderte der Stadtdekan die katholische Kirche zu echten Veränderungen auf. Aus Antworten von Menschen, die im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten seien, ziehe sich ein roter Faden: "Der Verdacht, dass die Kirche sich gar nicht wirklich ändern will. Das empört die Leute aufs Äußerste", so zu Eltz.

Der Stadtdekan betonte: "Wir sind nicht weitsichtig und nicht mutig genug. Wir müssen viel schneller, viel gründlicher und grundsätzlicher zu Werke gehen, sonst bleibt von der katholischen Kirche, wie wir sie kennen, kein Stein auf dem anderen", sagte zu Eltz. Zugleich müsse jeder Kirchenverantwortliche immer sich selbst hinterfragen: "Wo gibt es bei uns Missbrauch von Macht über Menschen, wo verstummen die Leute in meiner Umgebung?" Der 61-jährige Priester ist der höchstrangige Vertreter der katholischen Kirche in Frankfurt.

Zu Eltz war einer der Unterzeichner des im Februar veröffentlichten Reformappells prominenter Katholiken. Darin forderten die Unterzeichner eine "echte Gewaltenteilung" in der katholischen Kirche. Außerdem solle das bislang Männern vorbehaltende Weiheamt auch für Frauen geöffnet werden. Katholischen Geistlichen solle zudem die Wahl der zölibatären Lebensform freigestellt und Homosexualität neu bewertet werden.

(KNA)

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