Trauerfeier in Frankfurt
Trauerfeier in Frankfurt

30.07.2019

Hunderte Menschen bei Andacht für getöteten Achtjährigen Frankfurt in Trauer

Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines achtjährigen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof haben Vertreter der Kirchen eine ökumenische Andacht gehalten. Zu dem Trauergedenken auf dem Bahnhofsvorplatz kamen am Dienstagabend mehrere hundert Menschen.

Mehrere Hundert Menschen haben mit einem gemeinsamen Gebet am Dienstagabend auf dem Bahnhofsvorplatz in Frankfurt am Main des getöteten achtjährigen Jungen gedacht. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Gedanken von Hass um uns greifen", sagte Jutta Jekel, Pfarrerin der unweit des Bahnhofs gelegenen Evangelischen Hoffnungsgemeinde. "Gott hat uns geschaffen für das Mit- nicht das Gegeneinander." Der mutmaßliche Täter, ein 40-jähriger Familienvater mit eritreischer Staatsangehörigkeit aus dem Kanton Zürich, hatte das Kind am Montagvormittag auf das Gleis gestoßen. Der Junge war von einem ICE überrollt worden. Der Beschuldigte wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

"Wildes Spekulieren hilft nicht weiter", sagte Carsten Baumann, Leiter der ökumenisch geführten Bahnhofsmission. Die Tat werde von einigen Menschen nun in den sozialen Medien genutzt, um die Spaltung der Gesellschaft weiter voranzutreiben. Der Junge sei tot. Ob der
Täter Zuwanderer sei oder nicht, spiele keine Rolle, betonte Baumann. Es bleibe eine "sinnlose Katastrophe".

Die Fürbitten des Abends richteten sich an die Angehörigen des Kindes, aber auch an alle Mitarbeitende der Bahn, sowie "für alle, die diese brutale Tat mit ansehen mussten», sagte die katholische Pastoralreferentin Beatrix Henrich von der Dompfarrei St. Bartholomäus.

Der Tag nach dem Schattentag

Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verurteilte die Tat aufs Schärfste. "Wir wollen, dass dieses Verbrechen aufgeklärt wird", sagte der Politiker vor Ort. "Es tut gut, diesen Tag heute nicht allein zu verbringen. Dies ist ein Tag, der auf einen Schattentag folgt." Der Täter müsse seine gerechte Strafe erhalten. Gleichzeitig warnte auch Feldmann davor, das Verbrechen für politische Interessen zu missbrauchen. 

Neben dem improvisierten Altar mit einem Blumenstrauß und einer Kerze lag ein Kondolenzbuch aus. Viele Besucher schrieben dort ihre Gedanken nieder. Gegen Ende der Andacht beteten alle Besucher gemeinsam das Vaterunser und fassten sich an den Händen. Den ganzen Abend lang legten Bahnreisende weiterhin Blumen und Kuscheltiere für den toten Jungen am Gleis sieben nieder.

Vor dem offiziellen Beginn der Andacht war die Stimmung auf dem Bahnhofsvorplatz aufgeheizt. Bündnisse wie "Aufstehen gegen Rassismus» waren mit Transparenten und Fahnen zum Bahnhof gekommen. Darauf stand unter anderem "Flüchtlinge willkommen". Einige Passanten lieferten sich mit ihnen lautstarke Diskussionen über Zuwanderung. Die Polizei war mit einem Großaufgebot angerückt. Während der Andacht waren im Hintergrund immer wieder Sirenen zu hören.

(epd, KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 06.08.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Solidarität in Corona-Zeiten “Quarantänehilfe. Miteinander-füreinander: Köln Nippes“
  • Bischof Peter Kohlgraf zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Katastrophale Lage im Libanon - Misereor hilft
  • Jesuit zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima
  • Wie geht's jetzt weiter mit dem Religionsunterricht?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Katastrophale Lage im Libanon - Misereor hilft
  • Jesuit zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima
  • Wie geht's jetzt weiter mit dem Religionsunterricht?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…