Bistumszeitungen Fulda, Mainz und Limburg erscheinen nur noch bis Ende 2023
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Bischof Gebhard Fürst

24.05.2019

2023 ist Schluss für Bistumszeitungen Fulda, Mainz und Limburg Kirchenblatt nicht mehr im Briefkasten

Die Entscheidung sei "unumgänglich": Die Bistumszeitungen Fulda, Mainz und Limburg erscheinen nur noch bis Ende 2023. Dies teilten die drei Diözesen an diesem Freitag nach einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung in Mainz mit.

Die Publikationen hätten "im bisher bestehenden Modell keine wirtschaftliche Zukunft", heißt es.

Kontinuierlich sinkende Auflagen hätten immer höhere finanzielle Zuschüsse nötig gemacht, hieß es. "Viele Bemühungen", um die Zeitungen attraktiv zu halten, seien gescheitert. Es sei daher Zeit zu Kenntnis zu nehmen, dass sich "der Umgang der Menschen mit Medien massiv verändert" habe, so die Generalvikare Wolfgang Rösch, Gerhard Stanke und Weihbischof Markus Bentz. Die Finanzchefs der drei Diözesen sprachen von einer sehr schwierigen Entscheidung.

Neue Wege und Formate entwickeln

Entscheidend sei es nun, neue Wege und Formate in der religiösen Kommunikation zu entwickeln. So müssten Print und Online enger verzahnt werden, so die Generalvikare. Für die 22 Mitarbeiter der drei Zeitungen seien "sozialverträglich kirchennahe" Lösungen vorgesehen. Sie seien eingeladen, ihre Erfahrungen in den anstehenden Wandel einzubringen, so die Bistümer.

Die drei traditionsreichen Kirchenzeitungen haben demnach derzeit noch eine Auflage von zusammen 21.000 Exemplaren. Sie erscheinen wöchentlich mit einem gemeinsamen Mantelteil und jeweils eigenen regionalen Seiten. Herausgeber ist die Gesellschaft für kirchliche Publizistik. Die Zeitungen informieren über das kirchliche und religiöse Leben vor Ort wie in Deutschland und weltweit. Zudem geht es um soziale Themen oder beispielsweise ethische und gesellschaftliche Debatten.

Medienbischof Fürst: Bistumszeitungen bleiben wichtige Säule

Kirchliche Medienexperten kritisieren die angekündigte Einstellung der Bistumszeitungen Fulda, Limburg und Mainz. Medienbischof Gebhard Fürst sagte am Freitag auf Anfrage in Rottenburg, Bistumszeitungen seien eine "wichtige Säule der Kommunikation" zwischen Kirche und Gläubigen. "Die Kirche muss in schwieriger werdenden Zeiten kreativ sein, um die Menschen auf den verschiedenen Ebenen kommunikativ zu erreichen". Die Zukunft liege "im richtigen Mix und in der Vernetzung der einzelnen Medienkanäle", so Fürst.

Auch der Katholische Medienverband (KM.) bedauerte die Ankündigung der drei Bistümer, aus wirtschaftlichen Gründen und wegen dramatischer Auflagenrückgänge ihre Bistumszeitungen nur noch bis Ende 2023 weiter zu führen. Es handele sich um eine "fast kurzschlüssige Handlung", die nicht in die Zukunft weise, sagte der KM.-Vorsitzende Ulrich Peters auf Anfrage in Ostfildern. Bei einer Auflage von 21.000 Exemplaren und einer gut doppelt so großen Leserschaft gehe der Kirche eine große Kontaktfläche verloren.

Zwar komme Online- und Audioformen in der kirchlichen Kommunikation eine wachsende Bedeutung zu, sagte der Vorstand der Schwabenverlag AG und der Verlagsgruppe Patmos. "Doch der Wert von Print ist nicht zu unterschätzen", so Peters. Notwendig sei ein integratives Modell, das auf Basis der traditionellen Medien neue Formate entwickle. Die für Ende 2023 angekündigte Einstellung der Blätter nannte Peters eine "brandgefährliche Nachricht". Damit werde ein "Misstrauen in die eigenen Möglichkeiten" in den Markt kommuniziert.

Interessante Zielgruppe für Werbekunden

Nach den Worten des KM.-Vorsitzenden sind Bezieher von Bistumszeitungen eine interessante Zielgruppe für Werbekunden. Denn die Leser hätten überdurchschnittliche Haushaltseinkommen, höhere Bildung und ein hohes soziales Engagement mit großer Spendenbereitschaft. "Auf dieses Potenzial zu verzichten, halte ich für ein riskantes Manöver", sagte Peters. Ein Online-Auftritt koste ein Bistum mindestens so viel wie die Publikation einer Kirchenzeitung. Während deren Leser bereit seien, ein Abo zu bezahlen, werde für Internet-Angebote wenig bis gar kein Geld ausgegeben.

Der Geschäftsführer der Verlagsgruppe Bistumspresse, Ulrich Waschki, kritisierte die angekündigte Aus der drei Kirchenzeitungen. Er wandte sich gegen eine Entwicklung in vielen Bistümern, die sehr stark auf absenderorientierte PR-Angebote setze. Dabei drohten journalistische Produkte, die sich in erster Linie dem Leser verpflichtet sähen und ein Forum für Meinungen böten, unter die Räder zu kommen. Dem wirtschaftlichen Druck sei mit mehr Kooperation zu begegnen.

Waschki verwies darauf, dass sich Bistumsblätter an Menschen richteten, die mit der Kirche hoch verbunden seien. Es stelle sich die Frage, wie diese künftig zu bedienen sind. Jetzt gelte es, die klassischen Titel so lang wie möglich zu halten, um andere Medienformate zu entwickeln. Dabei gebe es allerdings "Riesennachholbedarf", räumte Waschki ein. Die in der Verlagsgruppe zusammengeschlossenen Verlage produzieren die Wochenzeitungen für 11 der 27 deutschen Diözesen, darunter die drei Bistumszeitungen Fulda, Limburg und Mainz.

(KNA)

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