Sparkurs im Erzbistum Hamburg
Sparkurs im Erzbistum Hamburg
Hamburger Generalvikar Ansgar Thim
Hamburger Generalvikar Ansgar Thim

03.05.2019

Erzbistum Hamburg sieht sich in Sparkurs bestätigt "Schmerzhafte Entscheidungen"

Angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen sieht sich das Erzbistum Hamburg in seinem Sparkurs bestätigt. Man sei sehr froh, den Prozess der inhaltlichen und wirtschaftlichen Neuorientierung bereits vor Jahren begonnen zu haben.

Das sagte Generalvikar Ansgar Thim am Freitag vor Journalisten in Hamburg. Er präsentierte die regionalen Zahlen aus einer bundesweiten Untersuchung des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Uni Freiburg.

Blick auf die Kostenseite unverzichtbar

Demnach wird die Zahl der Katholiken in Hamburg, Schleswig-Holstein und im Landesteil Mecklenburg von gut 402.000 im Jahr 2017 zunächst auf 349.000 im Jahr 2035 und auf 241.000 im Jahr 2060 sinken. Mit diesem Rückgang um 40 Prozent liegt das Erzbistum Hamburg laut Prognose unter dem deutschlandweiten Wert von 48 Prozent. Als Gründe nannte die Diözese unter anderem den im Bundesvergleich niedrigeren Altersdurchschnitt ihrer Mitglieder sowie den Zuzug und die Zuwanderung.

Zwar würden die jährlichen Einnahmen aus der Kirchensteuer von aktuell rund 110 Millionen Euro pro Jahr im Nordbistum bis 2060 weiter steigen, so die Studie. Allerdings werde die Kaufkraft angesichts von Inflation und weiteren Faktoren bis dahin um 40 Prozent zurückgehen.

Schulschließungen in Hamburg

Thim sagte, die Kirche werde sich in Zukunft mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren müssen. Dabei sei der Blick auf die Kostenseite unverzichtbar. "Die Schließung von sechs Schulen in Hamburg hat gezeigt, wie schmerzhaft und schwierig solche Entscheidungen sind." Aktuell stehe der Immobilienbestand im Erzbistum auf dem Prüfstand.

Die bundesweiten Ergebnisse der Studie wurden am Donnerstag von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlicht. Danach werden die Kirchen in Deutschland 2060 nur noch rund 22,7 Millionen Mitglieder haben und damit etwa halb so viele wie heute (44,8 Millionen). Auch ihre finanziellen Möglichkeiten werden sich laut der Prognose in diesem Zeitraum halbieren.

(KNA)

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