Bischof Michael Gerber ist offiziell in sein Amt eingeführt worden
Bischof Michael Gerber ist offiziell in sein Amt eingeführt worden
Hans-Josef Becker (r.), Erzbischof von Paderborn, überreicht Michael Gerber den Bischofsstab
Hans-Josef Becker (r.), Erzbischof von Paderborn, überreicht Michael Gerber den Bischofsstab
Blick auf den Domplatz von Fulda
Blick auf den Domplatz von Fulda
Neuer Bischof von Fulda: Michael Gerber
Neuer Bischof von Fulda: Michael Gerber

31.03.2019

Michael Gerber wurde in sein Amt eingeführt "Neue Verantwortung für unseren Glauben übernehmen"

49 Jahre alt, Freund der Jugend und "von Gott getragen": Am Sonntag hat Michael Gerber das erste Mal auf dem Bischofsstuhl im Dom zu Fulda Platz genommen. Er ist der jüngste katholische Ortsbischof in Deutschland.

Nach rund zehn Monaten hat das Bistum Fulda wieder einen neuen Bischof. Michael Gerber ist am Sonntag bei einem Festgottesdienst im Fuldaer Dom in sein Amt eingeführt worden. Der entscheidende Moment der Zeremonie war gekommen, als Gerber erstmals auf dem Bischofsstuhl Platz nahm und damit das Bistum offiziell "in Besitz" nahm. Gerber ist mit 49 Jahren der jüngste Diözesanbischof Deutschlands.

In seiner Predigt rief Gerber die Christen dazu auf, "neu Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen". Dies sei gerade in einer Zeit notwendig, "in der Gegensätze wieder stärker betont werden, in der jene die Oberhand zu gewinnen scheinen, die Abgrenzung predigen und Mauern errichten".

Missbrauchsskandal trifft Kern des Sendungsauftrages

Gerber ging auch auf den Missbrauchsskandal ein. Hier hätten Seelsorger, die sich schuldig gemacht haben, "wesentliche Dimensionen ihrer Existenz ausgeblendet oder gar abgespaltet". Sie hätten Schutzbefohlenen lebenslange Schädigungen zugefügt.

Die Problematik betreffe "den Kern des Sendungsauftrages von Kirche". Diese habe eigentlich die Aufgabe, Menschen zu helfen, dass ihr Leben Weite und Tiefe erfahre. "Erschüttert müssen wir feststellen, dass in vielen Fällen genau das Gegenteil passiert ist", sagte Gerber. Wie ein glaubwürdiger Weg der Nachfolge Jesu gehe, sei "eine der ganz großen Baustellen für die Kirche unserer Tage".

Glückwünsche von der Deutschen Bischofskonferenz

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, beglückwünschte das Bistum in einem Grußwort zum neuen Bischof. "Ihr habt ab jetzt einen neuen Bischof, der durch seine den Menschen zugewandte, lebensfrohe und offenherzige Art beeindruckt", sagte er laut Redemanuskript. "Sein überzeugendes Auftreten, das organisatorische Geschick und die Herzlichkeit, die er ausstrahlt, werden auch in Fulda Wesensmerkmale seines Wirkens sein."

Evangelische Kirche bekräftigt Ökumene

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, sagte in seinem Grußwort, es sei in der heutigen Gesellschaft "keine Selbstverständlichkeit mehr, sich zu Christus zu bekennen". Evangelische und katholische Christen müssten daher stärker zusammenrücken. Ökumene sei "längst nicht mehr ein Projekt einiger Idealisten", sondern eine "Lebensnotwendigkeit" für die Kirchen.

Altes Bistum, junger Bischof

Gerber ist der 18. Bischof des 1752 gegründeten Bistums Fulda. Das Bistum gehört zur mitteldeutschen Kirchenprovinz. Deshalb nahm der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker als Metropolit der Kirchenprovinz die Amtseinführung vor. Zu dem Festgottesdienst im Fuldaer Dom wurden rund 1.000 Menschen erwartet, außerdem mehrere hundert auf dem Domvorplatz, wo das Geschehen per Großleinwand übertragen wurde. Das HR-Fernsehen übertrug die Amtseinführung live.

Zu den Feierlichkeiten kamen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, zahlreiche katholische Bischöfe sowie Vertreter der evangelischen Kirche und Gäste aus Gesellschaft und Politik.

Nachfolger von Algermissen

Der ehemalige Weihbischof des Erzbistums Freiburg war am 13. Dezember 2018 zum neuen Bischof der Diözese Fulda ernannt worden. Er folgt auf Heinz Josef Algermissen (76), der am 5. Juni 2018 nach rund 17 Amtsjahren in den Ruhestand getreten war.

Mit Gerbers Amtsantritt endet eine knapp zehnmonatige Sedisvakanz, eine Übergangszeit ohne Diözesanbischof, in der der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez als Diözesanadministrator die Geschäfte geführt hatte.

(KNA)

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