Diskussion über Kirchenfinanzen
Kirche und Finanzen (Symbolbild)

21.12.2018

Erzbistum Hamburg plant Jahresverlust von 49 Millionen Euro Millionenverlust für Rückstellungen

Der Wirtschaftsrat des Erzbistums Hamburg hat den Wirtschaftsplan für das Jahr 2019 beschlossen. Weiter finanzielle Unterstützung fließt offenbar in katholische Schulen, übrig bleibe jedoch ein Millionenverlust.

Haupteinnahmequelle ist nach Angaben des Erzbistums mit rund 113 Millionen Euro die Kirchensteuer. 55 Millionen Euro staatlicher Finanzhilfe für die katholischen Schulen und 5,5 Millionen Euro Schulgeld werden als weitere wichtige Einnahmepositionen genannt.

Davon flössen 49 Millionen Euro in die Seelsorge und 30,5 Millionen Euro in den Bildungsbereich. Für soziale Arbeit und überdiözesane Aufgaben seien 13 Millionen Euro vorgesehen. Für die Altersversorgung der Lehrer und Priester seien 52,5 Millionen Euro eingeplant. Für zentrale Dienstleistungen und weitere Betätigungsfelder würde weitere 21 Millionen Euro anberaumt.

Notwendige Rückstellungen für Pensionen

Um das Erzbistum Hamburg weiter zukunftsfähig aufzustellen, seien für das kommende Jahr Instandhaltungsmaßnahmen in Schulen, Pfarreien und Einrichtungen 24 Millionen Euro als Aufwendungen in den unterschiedlichen Betätigungsfeldern eingeplant worden.

Die Pressestelle des Erzbistums erklärte, der Jahresverlust in Höhe von 49 Millionen Euro resultiere zum Großteil aus der nicht liquiditätswirksamen, aber nach dem Handelsgesetzbuch notwendigen Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen für die Lehrer und Priester des Erzbistums. Dies erfolge entsprechend versicherungsmathematischer Gutachten, die von einem weiter sinkenden Rechnungszins in 2019 ausgingen.

Investition auch in katholische Schulen

Generalvikar Ansgar Thim sagte: "Trotz unserer schwierigen wirtschaftlichen Situation investieren wir weiter in wichtige Bereiche unserer kirchlichen Arbeit, auch in die katholischen Schulen." Eine wesentliche Aufgabe bleibe aber der Abbau der Überschuldung des Erzbistums Hamburg. "Vor allem durch die Schließung von sechs katholischen Hamburger Schulen in den kommenden Jahren haben wir einen schmerzhaften, aber wichtigen Schritt getan", so Thim. "Weitere Einsparungen werden wir durch die Überprüfung unseres Immobilienbestandes erreichen", kündigte er an.

Instandhaltungsstau bei vielen Gebäuden

Im Dezember 2017 war die bilanzielle Überschuldung des Erzbistums Hamburg mit rund 80 Millionen Euro festgestellt worden. Ohne einschneidende Maßnahmen war ein Anstieg der Überschuldung in den nächsten Jahren auf 353 Millionen Euro berechnet worden. „Diese Summe wird das Erzbistum Hamburg durch Maßnahmen in den kommenden Jahren reduzieren. Erste Maßnahmen zur Kosteneinsparung wurden schon 2018 beschlossen, weitere wichtige Weichen werden im Jahr 2019 gestellt“, sagte Thim.

Hauptgründe für die Überschuldung sind ein Instandhaltungsstau bei vielen der rund 1.000 Kirchen und Gebäuden und hohe Pensionsverpflichtungen im Bereich der katholischen Schulen.

Quelle: Erzbistum Hamburg

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