Bischof Overbeck fordert Weiterentwicklung der katholischen Sexualmoral

"Homosexuelle dürfen in keiner Weise diskriminiert werden"

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck spricht sich dafür aus, die katholische Sexualmoral weiterzuentwickeln. In der Vergangenheit habe die Kirche zu oft versucht, "verloren gegangene politische Macht durch die Moral zu retten".

Symbolbild Intersexualität / © Peter Steffen (dpa)
Symbolbild Intersexualität / © Peter Steffen ( dpa )

Die Kirche müsse die Frage beantworten, was Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften zu Homosexualität, zu Gender-Fragen oder zu den Rollen von Mann und Frau für die Theologie bedeuten, sagte Overbeck in Mülheim, wie das Bistum Essen am Montag mitteilte. Mit Blick auf homosexuelle Menschen forderte der Bischof, sie dürften in keiner Weise diskriminiert werden.

Moralische Fragen

Die Kirche habe in der Vergangenheit versucht, "verloren gegangene politische Macht durch die Moral zu retten", sagte der Bischof. Dadurch sei in Fragen der Sexualität ein moralischer Druck auf die Gläubigen entstanden, der - im Vergleich zu anderen Glaubensthemen - unverhältnismäßig gewesen sei.

Auch angesichts der Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Missbrauchsstudie müsse die Kirche nun fragen: "Was ist von dieser Moral noch gültig - und was nicht mehr?" Hinter diese Frage komme die Kirche "nicht mehr zurück".


Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen / © Harald Oppitz (KNA)
Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA