Katholische Kirche stellt Missbrauchsstudie vor
Symbolbild Missbrauch in der katholischen Kirche
Bischof Gebhard Fürst während einer Rede
Bischof Gebhard Fürst während einer Rede

30.10.2018

Bistum Stuttgart wehrt sich gegen Vorwürfe zum Umgang mit Missbrauch "Bei uns wird nicht vertuscht"

Das Bistum Rottenburg-Stuttgart wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft beim Thema sexueller Missbrauch. Hintergrund sind Strafanzeigen von fünf Jura-Professoren gegen Unbekannt.

Die Kommission sexueller Missbrauch (KsM) der Diözese habe in den vergangenen Jahren wegen des Verdachts auf Sexualdelikte zwei Strafanzeigen erstattet, erklärte Bischof Gebhard Fürst am Dienstag.

Er betonte, in sieben weiteren Fällen sei die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig geworden. Auch da habe die Diözese "eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiert". Der Bischof wörtlich: "Sexueller Missbrauch wird bei uns verfolgt und nicht vertuscht!" Hintergrund der Erklärung sind Strafanzeigen von fünf Jura-Professoren gegen Unbekannt. Sie fordern Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in allen Diözesen.

Opfer wollten keine Einschaltung der Staatsanwaltschaft

Fürst fügte hinzu, mit dem Stuttgarter Oberstaatsanwalt Daniel Noa sitze seit Jahren "ein absoluter Experte" mit in der Kommission. Eine Reihe von Opfern habe in Gesprächen mit Mitgliedern der Kommission von sich aus darum gebeten, nicht die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Dies sei meist aus Angst vor einer erneuten Traumatisierung erfolgt.

Laut Fürst befasste sich die Kommission seit ihrer Gründung 2002 mit 146 Vorwürfen Betroffener. 90 hätten sich gegen Kleriker gerichtet, 56 gegen Ordensleute und Laien. Von den Priestern und Diakonen aus dem Bistum seien knapp zwei Drittel bereits gestorben.

In 11 Fällen sei das Ergebnis der kircheninternen Untersuchung nach Rom gemeldet worden. Zwei Priester seien aus dem Klerikerstand entlassen oder aus dem Gemeindedienst entfernt worden. Bei den anderen 9 Fällen seien Verweise ausgesprochen worden, die teils mit Gehaltseinbußen für eine Dauer von bis zu fünf Jahren verbunden gewesen seien.

(KNA)

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