Protestaktion "5 vor 12" gegen Großpfarreien der Initiative "Kirche vor Ort" (Archiv)
Protestaktion "5 vor 12" gegen Großpfarreien der Initiative "Kirche vor Ort" (Archiv)

20.10.2018

1.500 Demonstranten gegen Großpfarreien im Bistum Trier "Die Kirche muss im Dorf bleiben"

Rund 1.500 Menschen haben am Samstag gegen die Bildung von Großpfarreien im Bistum Trier demonstriert: Kirchengemeinden dürften nicht gegen ihren Willen aufgelöst werden.

Das forderten die auf Einladung der "Initiative Kirchengemeinde vor Ort" zum Domfreihof gekommenen Gläubigen. "Die Kirche muss im Dorf bleiben", heißt es in einer Resolution. Die von den Katholiken gewählten und dadurch legitimierten örtlichen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte seien beizubehalten.

"Wir sind nicht hier, um gegen die Bistumssynode zu kämpfen", erklärte der Sprecher der Initiative, Harald Cronauer, der Pfarreienratsvorsitzender im saarländischen Quierschied ist. 264 Pfarreien hätten sich in Schreiben an die Initiative jedoch dafür ausgesprochen, die für Januar 2020 geplante Pfarreienreform auszusetzen. Gemeinsam mit der Bistumsleitung solle in Ruhe eine "vernünftige Reform" ausgearbeitet werden. Sollte das Bistum die Pfarreien als Körperschaften öffentlichen Rechts auflösen, werde man dagegen vor Verwaltungsgerichten klagen, so Cronauer.

"Verantwortung vor Ort übernehmen"

Bischof Stephan Ackermann, der die Demonstration wie zahlreiche weitere kirchliche Amtsträger als Zuschauer verfolgte, sagte vor Journalisten, er halte am geplanten Start der Schaffung von Großpfarreien zum Januar 2020 fest. Details zu den künftigen Kirchengemeinden würden derzeit in Arbeitsgruppen ausgearbeitet.

Zwar werde es nach der Auflösung der Pfarreien die bestehenden örtlichen Gremien in bisheriger Form nicht mehr geben, sagte Ackermann weiter. "Aber natürlich geht es darum, weiter auch Verantwortung vor Ort zu übernehmen." Es sei ein Effekt der Gespräche mit den Reformkritikern, dass auch weiterhin Verwaltungsgremien vor Ort mit eigenen Budgets vorgesehen seien.

Bisher ist das kirchliche Leben im Bistum Trier in 887 kleinen Pfarreien organisiert, die bereits zu 172 Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst sind. Ab dem Jahr 2020 soll es nach Vorgaben der Bistumsleitung nur noch 35 sogenannte "Pfarreien der Zukunft" geben. Dagegen regt sich vielerorts Protest. Die Großpfarreien sollen zwischen 13.800 (Neuerburg/ Eifel) und 98.900 (Saarbrücken) Gläubige umfassen. Saarbrücken wäre dann nach Zahl der Gläubigen die bundesweit größte katholische Gemeinde. Hintergrund der Strukturreform, die auf Beschlüsse der Bistumssynode von 2013 bis 2016 zurückgeht, ist der Priestermangel sowie ein Rückgang bei der Zahl der Gläubigen.

(KNA)

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