Finanzskandal im Bistum Eichstätt
Zuletzt wirkte Jakob Rem im Bistum Eichstätt

12.10.2018

Vor 400 Jahren starb der Jesuitenpater Jakob Rem Seliger in spe

Das Bistum Eichstätt könnte um einen Seligen reicher werden. Derzeit wird geprüft, ob dem Jesuiten und Mystiker Jakob Rem eine solche Ehre gebührt. Er starb vor 400 Jahren - nach einem nicht ganz gewöhnlichen Leben.

Es muss ein erhebendes Gefühl gewesen sein: Bei der Andacht vor einem Marienbild hatte Jakob Rem eine Vision der Muttergottes und schwebte plötzlich einen Meter über dem Boden - so jedenfalls geht die Legende. Am 6. April 1604 in einer Kapelle in Ingolstadt soll sich dies zugetragen haben, als der Jesuitenpater Sängern bei der Lauretanischen Litanei zuhörte, also bei an die Gottesmutter gerichteten Gebeten.

Erst bei Anrufung der "Wunderbaren Mutter" landete Rem demnach wieder auf dem Boden. Er bat daraufhin die Sänger, diesen Titel zweimal zu wiederholen. Seitdem wird das Bild als "Dreimal Wunderbare Mutter" verehrt.

Erste marianische Kongregation Deutschlands

Hochgeschätzt von Gläubigen wird bis heute auch Jakob Rem selbst, gerade im Bistum Eichstätt. Auf dessen Gebiet, eben in Ingolstadt, starb Rem am 12. Oktober 1618. Er wurde 72 Jahre alt. Seine Gebeine ruhen in der Gnadenkapelle des Münsters, in dem längst auch die "Mater Ter Admirabilis" hängt.

Geboren wurde Rem im Juni 1546 in Bregenz im heutigen Österreich. Den Bodensee-Ort verließ er im Alter von etwa zehn Jahren, als seine Familie nach Kißlegg im Allgäu zog. Rem wurde noch etwas weiter gen Norden geschickt: Er kam aufs Jesuiten-Gymnasium in Dillingen an der Donau, später studierte er dort Philosophie. 1566 wurde er selbst Jesuit. Es schlossen sich ein Noviziat in Rom und ein Theologiestudium an, das er in der Ewigen Stadt begann und in Dillingen abschloss. Danach ließ er sich in Augsburg zum Priester weihen.

Es folgten Stationen als Subregens in Dillingen, München und Ingolstadt - und eine zunehmende Marienverehrung: 1574 gründete Rem in Dillingen die erste Marianische Kongregation in Deutschland und 1595 in Ingolstadt das Colloquium Marianum, eine Gemeinschaft zur Erlangung von Heiligkeit durch verstärkte Hinwendung zur Gottesmutter.

"Gabe der Kenntnis der Herzen"

Rem habe so eine ganze Generation von Priestern, Ordensleuten, Bischöfen und Laien darin bestärkt, sich dem damals herrschenden kirchenkritischen Zeitgeist entgegenzustellen und dem Einfluss des katholischen Glaubens auf Politik und Gesellschaft wieder Bedeutung zu verschaffen, urteilt die Schönstatt-Bewegung über Rem. Der Gründer dieser geistlichen Gemeinschaft, Josef Kentenich, galt als angeregt vom Glaubensgeist und der Spiritualität des Colloquium Marianum.

 

 

Andere Quellen berichten über Rem, er sei kränklich gewesen, aber geduldig, genüg- und folgsam. So erzählt Rems Mitbruder Matthäus Rader von einem Visitator, der Rem befohlen habe, zwei- statt nur einmal pro Woche zu beichten: "Als guter Ordensmann gehorchte er, musste aber schon bald zur früheren Gewohnheit zurückkehren, da nur wenige oder gar keine Fehler vorkamen." Zudem habe Rem seherische Fähigkeiten gehabt - daher sein Ruf als Mystiker.

 

Laut Bistum Eichstätt besaß der Gottesmann auch "die Gabe der Kenntnis der Herzen". Seine fürbittenden Gebete bei Krankheit und Seelennot hätten Wunder gewirkt. Noch heute sei Rem daher "ein von vielen gesuchter, stiller Fürsprecher bei Gott".

Seligsprechung hängt in der Schwebe

Dieser Zulauf könnte sich noch verstärken, sollte Rem einst seliggesprochen werden. Schon bald nach seinem Tod sammelte man Zeugnisse über den Leumund seiner Heiligkeit. Doch erst 1932 wurde ein entsprechendes Verfahren eröffnet, zwischen 1949 und 2010 aber ausgesetzt. Grund war laut Stefan Killermann, Offizial des Eichstätter Diözesangerichts, die Komplexität von Seligsprechungsprozessen.

Papst Johannes Paul II. vereinfachte diesen aber; so braucht es seither etwa nur noch einen Wunderbeweis, vor der Reform waren drei nötig. 2010 ordnete Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke die Wiederaufnahme des Rem-Verfahrens an.

Aktuell jedoch stockt es Killermann zufolge. Man warte auf das Ergebnis der Recherchen der zuständigen Historikerkommission. Falle die Einschätzung der Kommission positiv aus, könne der Jesuitenpriester Anton Witwer seine Arbeit als Postulator wiederaufnehmen und weitere Informationen über Rem sammeln. Sollte die Kommission eine Seligsprechung Jakob Rems indes für nicht möglich halten, endete das Verfahren. Noch also befindet sich der Prozess in bester Rem-Manier: in der Schwebe.

Von Christopher Beschnitt

(KNA)

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