Aachener Dompropst freut sich auf die Festwoche

Den Dom in den Arm nehmen

Ab Samstag feiern die Aachener das Weltkulturerbe-Jubiläum ihres Domes mit einer Festwoche, die den Dom religiös, kulturell, musikalisch und einzigartig präsentiert. Dompropst von Holtum wirft einen Blick auf die Höhepunkte der Woche.

Aachener Dom / © Henning Kaiser (dpa)
Aachener Dom / © Henning Kaiser ( dpa )

DOMRADIO.DE: Was ist das Besondere am Aachener Dom?

Dompropst Manfred von Holtum: Ich glaube einmal dass es hier ein sehr harmonisches und in sich einheitliches Ensemble gibt. Das Oktogon und die Chorhalle sind zwar zu zwei unterschiedlichen Zeiten entstanden, sind aber trotzdem eine ganz große Einheit. Ich glaube, diese Einheit steht symbolisch für die Sehnsüchte der Menschen nach dieser Einheit in Europa und weltweit.

DOMRADIO.DE: Welche Bedeutung hat der Aachener Dom für die Kirche und die Stadt Aachen?

Von Holtum: Es ist zunächst einmal im Zentrum von Aachen das Gebäude, das wohl am meisten hier in Aachen besucht wird mit 1,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern im Jahr. Aber natürlich auch der Ort, an wir Gottesdienste feiern. Es ist die Kathedrale des Bischofs von Aachen und damit das religiöse Zentrum unseres Bistums Aachen.

DOMRADIO.DE: Was empfinden Sie wenn Sie den Aachener Dom betreten?

Dompropst Manfred von Holtum: Für mich ist der Aachener Dom ein Juwel, das es zu schützen gilt. Und in dem ich immer wieder neue Kraft für mich persönlich schöpfen kann. Insbesondere an den Stellen, die mir ganz besonders wichtig geworden sind.

Mein Lieblingsplatz beispielsweise ist oben die Kaiserloge im Hochmünster, wo Sie die Harmonie des Raumes sehr deutlich verspüren. Und wenn die Abendsonne durch das Westfenster von Ewald Mataré hineinscheint, wird der Kaiserstuhl in besonderer Weise beleuchtet. Dieser Karlsthron ist die Seele des Doms.

DOMRADIO.DE: Am Sonntag findet der große Festgottesdienst statt. Heute Abend schon startet die Festwoche mit dem Domleuchten. Was wird denn da passieren?

Dompropst Manfred von Holtum: In den letzten Nächten konnte ich von meinem Schlafzimmer die Proben beobachten. Da waren Lichter auf die Kuppel des Domes und auf die Halle gerichtet. Da bin ich richtig gespannt. Es wird ja hier ein Stück Domgeschichte dargestellt in einer sehr lebendigen und zeitnahen Form. Das finde ich großartig, weil hier alle Menschen und alle Generationen angesprochen werden. Die Menschen sollen sich einfach an dieser Geschichte des Domes erfreuen. Die Eindrücke werden sicherlich sehr tief und nachhaltig sein.

DOMRADIO.DE: Gibt es weitere Höhepunkte?

Dompropst Manfred von Holtum: Ich freue mich, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uns am Montag mit seinem Besuch beehrt. Das ist eine große Anerkennung und Wertschätzung. Am darauf folgenden Sonntag eine Umarmung des Doms durch Sternsingergruppen aus dem ganzen Bistum. Bis zu 600 Sternsinger werden den Dom in den Arm nehmen. Der Oberbürgermeister, unser Weihbischof Johannes Bündgens, Prälat Krämer vom Kindermissionswerk werden auch mit dabei sein. Und ich freue mich einfach, dass diese Kinderaktion wirklich den Blick in die Weltkirche und auch in die Not der Welt hinein richtet.

Das Interview führte Martin Mölder.


Dompropst Manfred von Holtum neben einem Modell des Aachener Doms / © Julia Steinbrecht (KNA)
Dompropst Manfred von Holtum neben einem Modell des Aachener Doms / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
DR