Wohlfahrtsverband
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03.09.2018

Bayerns ältester Caritasverband wird 100 Jahre alt "Wir jubeln nicht, feiern aber"

Der Caritasverband der Diözese Eichstätt wird an diesem Montag 100 Jahre alt. Er ist damit der älteste Caritasverband Bayerns. Es gibt aber nicht nur Grund zum Jubeln.

Am 28. September soll es einen Festakt mit Pontifikalgottesdienst im Eichstätter Dom geben. "Wir jubeln nicht, feiern aber das Jubiläum. Wir sehen es als Akt der Dankbarkeit für 100 Jahre, in denen unzählige Menschen in Not Hilfe aus christlichem Geist erhalten haben", sagte Direktor Franz Mattes (69) am Sonntag im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Nicht alles im Jubiläumsjahr sei jedoch positiv zu sehen.

So müsse die Eichstätter Caritas wegen des Fachkräftemangels in der Pflege "immer wieder einmal" in einzelnen Heimen Aufnahmestopps verhängen, erklärte Mattes. "Es wäre wünschenswert, auf Bundesebene zu regeln, dass Pflegekräfte ein besseres Gehalt bekommen und der bürokratische Druck für sie weniger wird. Dann wäre der Beruf auch attraktiver."

Auch der Finanzskandal im Bistum Eichstätt hat sich Mattes zufolge bei der Caritas bemerkbar gemacht. Kurz vor deren Frühjahrssammlung war bekannt geworden, dass die Diözese durch fragwürdige Kreditgeschäfte womöglich Geld im zweistelligen Millionenbereich verloren hat. "In vier, fünf Gemeinden ist die Sammlung deswegen ausgefallen", sagte der Direktor. "Unterm Strich war die Spendensumme um 15 Prozent niedriger als im Vorjahr."

25.000 Mitglieder

Die Gründung des Eichstätter Caritasverbandes ist eng mit dem Namen Joseph Seitz verknüpft. Der Pfarrer aus Wachenzell bei Eichstätt forderte seinerzeit eine flächendeckende Landkrankenpflege zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Weil dazu übergeordnete Organisationsstrukturen nötig waren, trieb Seitz nach dem Vorbild des 1897 gegründeten Deutschen Caritasverbands den Aufbau einer Diözesangruppe voran.

Der Eichstätter Diözesan-Caritasverband zählt heute nach eigenen Angaben rund 25.000 Mitglieder und etwa 2.650 Mitarbeiter. Er betreibt 37 eigene Einrichtungen, darunter 20 Seniorenheime, ein Kinderdorf, ein Behindertenzentrum sowie Wohnheime und Werkstätten für Obdach- und Langzeitarbeitslose. 2017 wurden fast 42.000 Menschen betreut. Weitere Aufgaben sind unter anderem die Suchtberatung, die Migrantenbetreuung und der Kleiderkammer-Betrieb. Angeschlossen sind drei Fachverbände: der Malteser-Hilfsdienst, der Sozialdienst katholischer Frauen und der Kreuzbund.

(KNA)

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