Die Kirche und ihre Finanzen
Die Kirche und ihre Finanzen

10.08.2018

Finanzdirektor: Konsolidierung ist mittelfristig unumgänglich Schrumpfende Finanzmittel im Bistum Mainz

Das Bistum Mainz muss künftig mit schrumpfenden finanziellen Mitteln planen. Das wurde bei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2017 deutlich. Was das konkret bedeutet, erklärt der Finanzdirektor des Bistums, Christof Molitor.

KNA: Herr Molitor, kann man von einer Finanzierungslücke, also einem "strukturellen Defizit" sprechen?

Christof Molitor (Finanzdirektor im Bistum Mainz): Das Bistum Mainz hat insbesondere wegen des großen Engagements im Schulbereich im Vergleich zu anderen Diözesen hohe Pensions- und Beihilfeverpflichtungen für verbeamtete Lehrer. Das anhaltend extreme Niedrigzinsumfeld führt dazu, dass wir immer mehr Kirchensteuermittel zur Refinanzierung dieser Verpflichtungen zurücklegen müssen. Das Bistum Mainz hat für diesen Zinsrückgang Vorsorge getroffen und eine entsprechende Rücklage gebildet.

Für das Jahr 2018 rechnet das Bistum Mainz mit einem Jahresfehlbetrag von etwa 26 Millionen Euro. Dieser Betrag ergibt sich hauptsächlich aus der Änderung des Rechnungszinses nach dem Handelsgesetzbuch (HGB). Ohne diesen rechnerischen Zinseffekt ergäbe sich eine schwarze Null. Von einem strukturellen Defizit kann noch nicht gesprochen werden. Gleichwohl sind Konsolidierungsmaßnahmen vor dem Hintergrund rückläufiger Kirchensteuereinnahmen mittelfristig unumgänglich.

KNA: 2018 gibt es bei den Kirchensteuereinnahmen im ersten Halbjahr bereits ein minus von 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In welchen Bereichen müssen künftig finanzielle Abstriche gemacht werden und wo sollen eher Akzente gesetzt werden?

Molitor: Der Rückgang der Kirchensteuereinnahmen von 6,7 Millionen Euro beziehungsweise 7,0 Prozent bis Ende Juli 2018 beruht auf einem Einmaleffekt bei der Kircheneinkommensteuer in Rheinland-Pfalz. Die Neugestaltung der pastoralen Räume muss sich an den bis 2030 prognostizierbaren Ressourcen ausrichten: zum Beispiel der Zahl der Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der demografischen Entwicklung, den Verpflichtungen durch kirchliche Einrichtungen und den Immobilien.

Gerade die Frage der Immobilien wird ein großes Thema sein. Der finanzielle Rahmen wird wesentlich von der Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen abhängen. Konkrete Aussagen, wo finanzielle Abstriche gemacht werden müssen und wo eher Akzente gesetzt werden, können zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden.

KNA: Sie sind seit 17 Jahren in der Finanzverwaltung des Bistums Mainz tätig, zuletzt als Abteilungsleiter für Controlling, Steuer- und Rechnungswesen, und seit Januar 2018 als Finanzdirektor des Bistums. Was sind kurz- und mittelfristig die Aufgaben für die Zukunft aus Ihrer Sicht?

Molitor: Was die Neugestaltung der pastoralen Räume und Verwaltungsstrukturen in den Kirchengemeinden angeht, ist das Bistum Mainz im Vergleich zu anderen Bistümern aus meiner Sicht etwas in Verzug. Andererseits kann man Schwierigkeiten, die andere (Erz-)Diözesen bei Umstellungsprozessen hatten, nun durch einen Erfahrungsaustausch versuchen zu vermeiden. Kurzfristig sehe ich als größte Herausforderung, die Buchführung der Kirchengemeinden durch die Einführung neuer Verwaltungsstrukturen und einer neuen Finanzbuchhaltungssoftware neu aufzustellen.

KNA: Und mittelfristig?

Molitor: Mittelfristig müssen strukturelle Anpassungsprozesse beschlossen und umgesetzt werden, um den knapper werdenden finanziellen Ressourcen Rechnung zu tragen. Die Planungen müssen frühzeitig angegangen werden, um persönliche Härten bei unseren engagierten Mitarbeitern zu vermeiden. Ein verantwortlicher Umgang mit Menschen hat oberste Priorität.

Das Interview führte Norbert Demuth.

(KNA)

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